VÖ: 24.04.2026
Label: Pride & Joy Music
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
Zweites Album der Band Kaasin. „The Underworld“ soll lt. Infoblatt düsterer geraten sein als das Debut „Fired Up“. Und zumindest wenn man sich das Artwork anschaut, könnte man zustimmen. Musikalisch ist das Ganze so finster aber nicht. Wiederum erleben wir eine gesunde Mischung aus klassischem Hardrock mit Deep Purple und Rainbow-Einflüssen und melodischem Metal der anspruchsvolleren Art. Namensgeber und Gitarrist Jo Henning Kaasin hat halt in der Vergangenheit mit Größen wie Glenn Hughes und Joe Lynn Turner zusammengearbeitet. Kein Wunder das dies im Sound abfärbt.
Zusammen mit Bruder Stale Kaasin (Bass), Sänger Jan Thore Grefstad, Drummer Per-Morten Bergseth und Tastenmann Erling Henanger haben Kaasin neun neue Songs aufgenommen, die dem geneigten Hard Rocker nichts zu wünschen übrig lassen. So werden mit „The Real World“ und „Two Hearts“ gleich zwei klassische mit Orgelspiel geprägte Hard Rock Abfahrten in den Ring geschmissen, bei denen man Sänger Jan Thore attestieren darf, irgendwie besser rüberzukommen wie noch beim Debut. Man ist geneigt sogar an eine Kapelle wie Axel Rudi Pell zu denken, wenn man den Knaben singen hört. Viel Deep Purple, viel Rainbow aber auch andere klassische Vertreter wie Whitesnake lassen sich aus dem Kaasin-Sound aber hauptsächlich ableiten.
Im Verlauf setzt man aber immer mal wieder mehr auf melodischen (Power)Metal, so das man Songs wie „Invisible“ oder „Over The Mountain“ beinahe in die Tad Morose-Ecke schieben könnte. Auch der Gesang ähnelt hier wirklich einem Urban Breed oder mit Abstrichen einem Jorn Lande. Ein weiterer Pluspunkt im Sound von Kaasin ist, das Erling Henanger die Keyboards nie in den Vordergrund stellt und somit eher dezent begleitet denn soliert. Außer wenn er die Orgel rausholt kann es passieren, das er die Tasten etwas ins vordere Licht drückt. „The Descent Of Souls“ ist ein kurzes, düster atmosphärisches Zwischenspiel bei dem man einen epischen Folge-Longtrack erwartet. Aber mitnichten. Denn der Abschlußtrack „The Underworld“ ist eine recht kurz geratene Abgeh-Hardrocknummer, die uns adäquat aus dem Album schmeißt.
Mit „The Underworld“ ist Kaasin ein tolles Werk gelungen, das sowohl klassische Hard Rock Vibes und melodischen Metal der Jahrtausendwende hervorragend kombiniert, mit Jan Thore Grefstadt einen starken, variablen Sänger auffährt und musikalisch absolut nichts verkehrt macht. So muss ein Album dieser Art heutzutage klingen. Saubere Sache.

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