VÖ: 19.12.2025
Label: Rellics From The Crypt
Original-Release: 1992
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
Das aus Japan auch noch andere, mitunter gute Bands der Metalszene kommen bzw. kamen außer Loudness, sollte bekannt sein. Earthshaker, Anthem und auch die härteren Sacrifice seien hier als Anhaltspunkt genannt. Letztere gründeten sich 1985 und brachten drei Alben heraus. Das letzte Werk „Tears“ von 1992 schafft es nun zu Wiederveröffentlichungs-Ehren durch Relics From The Crypt, einem Unter-Label von Dying Victims Records.
Härter als die meisten japanischen Bands waren Sacrifice auf jeden Fall. Den Stil würde man heute wohl am ehesten dem dreckigen Thrash und auch Metalpunk zuordnen, mit immer wieder aufflammenden Honorationen an Lemmy, respektive Motörhead. Das liegt unter anderem am rotzigen, angepissten Gesang von Akira Sugiuchi, der durchaus ein derbes Stimmorgan präsentiert wie Mr. Kilmister gerade in frühen Jahren.
Acht schwerst unangepasste Songs befinden sich auf „Tears“. Das mit unheilvollen Klängen und einem gar doomigen Riff mit „Never And Never Again“ startet, einen schleppenden Groove offenbart, im Verlauf aber immer schneller wird, inklusive diesen tiefen grunzigen Vocals. Sind die Riffs recht einfach gestrickt zeigt sich in den Soli die gute Klasse des Gitarristen Hiroyuki Murakami, der die Songs immer wieder auch kurz in die Ecke des reinen Heavy Metal schiebt.
Ab „Breaking The Silence Of The Night“ erhöht sich das Album-Tempo merklich. Auch der Motörhead-Einfluss wird deutlicher und die punkige Schlagseite legt ebenso Einflüsse von Bands wie Venom, Carnivore oder Razor offen. Erst recht beim mit Killer-Drums gesegneten „Your Soul“, einem Brett mit rülpsigem Gesang und starkem Riff bzw. Gitarrensolo. Power-Riffing nach langsamem Start, wuchtige Drums und eine stringente Linie fährt „Broken Heroes“, mutiert dadurch zu einem wahren Thrash-Stampfer.
Speed-Thrash keulen Sacrifice bei „Time Slips Through In Front Of Your Eyes“ raus und in giftigen Lemmy-Gesängen wandert „Do I Fight For God“ rum. Bevor ein feister Midtempo-Groove und ein starkes, dreckiges Solo das Ganze abrunden. „Hardest Life“ und „Down To You“ setzen den Weg so fort. Ersterer beginnt mit einem Top Drum-Loop und schleppenden Klängen, walzt danach straight thrashig alles platt. Der Abschluß-Track lässt keine neuen Akzente zu.
Für den Mainstream waren Sacrifice damals sicherlich in Japan zu extrem. Daher blieb der Durchbruch verwehrt und man muß die Band also heute neu entdecken. Lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die Räudigkeit und das mit punkigen Szenen gespielte Set Up kann sich gerade heute, wo der Trend auch eher mal rückwärts läuft, absolut hören lassen.

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