VÖ: 13.03.2026
Label: Frontier Music s.r.l.
Autor: Kerbinator
Bewertung: --- /---
Asia galten im Gründungsjahr 1981 quasi als Supergroup der (Prog)Rock Szene. Spielten die Bandmitglieder doch bereits bei Bands wie Emerson, Land and Palmer, Yes oder auch King Crimson. Das Debutalbum, einfach „Asia“ benannt, aus dem Jahr 1982 war dann zielgerichtt ein voller Erfolg auch wenn ich es persönlich damals als zu glatt poliert und konstruiert empfand. Egal, die Zeit gibt dem Album auch heute noch recht und die Hits des Werks sind bis heute zeitlose Klassiker. So richtig aufgelöst hat sich die Band irgendwie nie, von damals ist allerdings nur noch Keyboarder Geoff Downes dabei.
Jetzt kommt eine Live-Alben Serie heraus von Auftritten aus dem Jahr 2025. Das erste, betitelt „Live in England“ beinhaltet das legendäre Debut komplett plus drei Bonus-Tracks. Die Besetzung dieser Live-Auftritte besteht neben Geoff Downes aus Gitarrist John Mitchell (Arena, Lonely Robot uvm.), Drummer Virgil Donati (ex-Planet X), sowie Sänger/Bassist Harry Whitley, der vor Asia noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist. Die Stimme von Harry Whitley ist um einiges rauher als die klare, aber dennoch ausdrucksstarke Stimme des John Wetton, der das Studioalbum ursprünglich ja eingesungen hat.
Da mit John Mitchell einer der besten Progrock-Gitarristen mit an Bord ist, hat dieser natürlich die Riffs und Rhythmen des Klassiker-Albums blind drauf. Verzaubert dennoch den ein oder anderen Song auch mit seinem typischen Stil. Die Keyboard-Sequenzen eine Geoff Downes sind selbstredend auch heute noch unantastbar und zeitlos relevant. Die Eröffnung des Live-Albums natürlich mit dem Hit „Heat Of The Moment“ trifft auch gleich mitten ins Herz und die Umsetzung ist wahrhaft gelungen, auch mit etwas rauherem Gesang als gewohnt. „Only Time Will Tell“ überzeugt mit fantastischen Gitarren-Momenten und überraschendem Groove. Und bei „Sole Survivor“ hat man sich für eine härtere, rockigere Variante entschieden, als auf Platte.
Im Prinzip stellen die ersten drei Songs auch die drei Hits des Albums dar. Doch auch der Rest der Scheibe ist nicht zu verachten und auch die Live-Versionen anno 2025 verbürgen sich für einzigartige (Prog)Rock Qualität. So überzeugt der intesive Anti-Kriegs-Song „Wildest Dreams“ genauso wie das balladeske, verträumte aber auch mal dynamische „Without You“. Das flott rockige „Cutting It Fine“ mit seinem Piano-Part, sowie Marsch-Drums und das prog-lastige, stampfende , mit wunderbaren Melodien gespickte „Here Comes The Feeling“ ergänzen den Auftritt hervorragend.
Auch die Bonus-Tracks reihen sich nahtlos ein. Das etwas verspieltere „Ride Easy“, kam damals nur als Single-B-Seite zu Veröffentlichungsehren, beinhaltet aber einen richtig schönen Refrain. Die Buggles-Coverversion „Video Killed The Radio Star“ ist ebenso stimmig geraten, wenn auch etwas aus dem Rahmen fallend. Und „The Heat Goes On“, ursprünglich vom 1983er Album „Alpha“, glänzt mit mehrstimmigem Refrain und Orgel-Solo.
„Live In England“ ist eine schöne Rückbesinnung auf die frühen Asia-Jahre und mit der heutigen Besetzung in frischer Art und Weise und nicht ganz so glattgebügelt aufbereitet. Die Publikums-Reaktionen kommen auch authentisch rüber. Hier wurde nichts nachbereitet. Das Trading Boundaries in Sussex scheint ein idealer Ort gewesen zu sein, um den legendären Songs von Asia live neues Leben einzuhauchen. Eine wunderbare Angelegenheit. Mal schauen, was sich Asia dann mit den Folge-Live-Alben einfallen lassen.

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