VÖ: 30.04.2026
Label: Apollon Records Prog
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
Die norwegischen Mellotron-Liebhaber 35 Tapes sind zurück mit ihrem vierten Studiowerk „Veil On Life“. Nicht umsonst hat man sich ja nach den 35 Bändern des Mellotron benannt und auch auf dem neuen Album spielt dieses Instrument wieder eine erhebliche Rolle. Sechs Songs, die erneut wunderbar den Progrock der 70er Jahre mit modernerem Artrock verbinden, zieren den Dreher, die mit 6 – 8 Minuten Länge dem progressiven Anspruch gerecht werden, ohne sich in einem wirklichen Longtrack zu verlieren.
Mit einer schönen, verspielten Gitarrenmelodie fängt’s an bei „Hallway“ und der erneut etwas floydige Gesang von Jarle Wangen schiebt den Track in etwaige, ja…Pink Floyd Bahnen. Dazu gehören ebenso feines Keyboard/Mellotron-Spiel, ein reichlich verträumter Refrain, sowie verklärte Stimmung mit feinen Melodien und letztendlich melancholicher Slide-Gitarre. Morten Lund und Andreas Eriksen eröffnen „Water“ mit ihrem Tasten-Spiel, der zunächst ruhige Gesang geht über in mehrstimmigen. Flötenklänge sphärischer Art und ein etwas zerfahren wirkender dynamischer Part suggerieren Anspruch. Den man mit einem mystischen Gitarrensolo zu Ende führt.
Verspielte Klänge, trauriger Gesang lässt „Brise Vole“ zunächst berührend starten. Alsbald setzt aber flottes Mellotron ein, der sphärische Gitarrenpart mündet erneut in ein mystisches Solo. Bevor das Stück mit einem eher düstereren Part und melancholischem Gesang endet. Immer wieder wird man bei 35 Tapes auch an ältere Spocks Beard erinnert und eben an die 70er/80er-Jahre Floyd. Ein wenig hektisches Piano wird zu Beginn von „Borrowed Time“ ausgepackt. Der hier recht straighte Gesang wird durch abgehackte Rhyhtmen aber auch atmosphärische Stimmung getragen, Spinett-Klänge setzen weitere Farbtupfer.
Mehr entspannt geht’s zu bei „Clueless“, einer Nummer mit verspielte Klängen und ruhigem, wieder an David Gilmour erinnernden Gesang. Die 35 Tapes beenden „Veil On Life“ mit sphärischem Gitarrenintro, wunderbaren Melodien, ruhigem Gesang und Piano. Gepaart mit wallenden Synthie-Klängen und zum Ende hin mit verzerrten Vocals und harten, gar kratzigen Gitarrenanschlägen.
35 Tapes machen im Prinzip da weiter, wo man mit „Fabric Of Time“ aufgehört hat. Schöner, belebender Progrock, der viel 70er Jahre Luft atmet aber auch aktuelle Sounds durchaus versteht. Musikalisch sind großartige Könner am Werk, auch wenn sich jeder Einzelne der Gesamtkunst unterordnet. Die Empfehlung für Progfans kann nur lauten: 35 Tapes spätestens jetzt entdecken !!

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