VÖ: 12.06.2026
Label: Frontiers Music s.r.l.
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
30 Jahre nach dem Akkustik Album „AcCult“, bei dem Vanden Plan die Songs ihres Debut Albums „Colour Temple“ plus ein paar Coversongs von u. a. Ray Charles und Marillion in abgespeckten Akkustik-Versionen vertonten, legen sie jetzt mit „AcCult II“ in ähnlicher Art nach. Anscheinend hat sich jetzt für die Band Zeit gefunden für dieses Projekt und neben erneut zwei Coverversionen, gehen sie quer duch die üppig angewachsene Diskographie.
Den Anfang macht „Far Off Grace“ vom gleichnamigen Album. Verpielter Beginn, verklärter Gesang, sowie ein wunderschönes Akkustik-Gitarrensolo setzen die Akzente bei diesem Track, der dann aber durchaus auch mal dynamischer wird. „Holes In The Sky“ vom 2010er Dreher „The Seraphic Clockwork“ punktet mit etwas straighterer Ausrichtung, schönen Melodien und Piano. Neueren Datums ist danach die mit Marschrhythmen beginnende Akkustik-Begegnung mit „The Ghost Experiment“, die auch auf dieser Platte als intensiver Prog-Track mit tollem Refrain erscheint.
Es folgt mit „Boat On The River“ das erste Cover, im Original logischerweise von Styx. Die Vanden Plas Umsetzung wirkt trotz Akkordeon und mehr auf Akkustik-Gitarren basierend fast ein wenig „griechischer“. Dennoch eine wunderbare Version dieses legendären Stücks. Piano und symphonische Backings offeriert im Anschluß „Healing Tree“ vom „Beyond Twilight“-Album. Unterlegt mit Flötenklängen und elfenhaftem Frauengesang, der sich mit Andy Kuntz abwechselt und auch im Duett auftritt, versprüht diese Nummer viel folkige Vibes und ist zudem der eingängigste, mitunter poppigste Song dieser Compilation.
Weiter geht’s mit Piano und weiterführender Dynamik bei „Postcard To God“, einem mittlerweile zum Vanden Plas Klassiker avancierten Track, im Original vom tollen „Christ O“-Album. In dieser famosen Version bringen die Spanish Guitar-Anschläge und ein waschechtes Keyboardsolo die besondere Würze. Als zweites Cover-Stück haben die Jungs aus Kaiserslautern „Nothing Else Matters“ von Metallica gewählt. Eine Piano-Version mit Gesang.
Abschließend spendiert uns die Band dann noch ein Vanden-Plas Urgestein mit „You Fly“ vom „The God Thing“-Album. Erneut untermalt durch symphonische Backgrounds wird der Song in leichter Atmosphäre mit mehrstimmigem Gesang präsentiert. Als besonderen Gast hat man hier noch John Helliwell von Supertramp eingeladen, der mit tollem Saxophon-Spiel den Track belebt.
Nach „AcCult“ kann auch „AcCult II“ durchaus begeistern. Die eh schon durch die Bank beeindruckenden Vanden Plas-Songs in entspannteren Versionen zu hören macht echt Laune und auch die beiden Cover-Stücke fügen sich fein ins Gesamtbild ein. Natürlich ist diese Zusammenstellung eher für die langjährigen Fans ein Fest. Wer die Band noch nicht kennt, sollte zuallererst den umfangreichen Backkatalog an Alben entdecken.

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