TIMELOCK - ...stay awake (EP)

Tracklist:

  • Stay Awake
  • Chasing Echoes
  • Crazy Life
  • Forgotten Words

Info:

VÖ:  18.06.2021

Label:  Freia Music


Video:

Bewertung:

Autor: Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Mitte der 90er Jahre hatte ich so eine Phase, wo ich immens viele Progressive Rock Alben ungehört bestellt hatte. Damals beim Szeneveteran Michael Bäcker und seinem Empire Magazin. Darunter waren auch einige Alben niederländischer Bands, nicht wenig davon auf dem SI Music Label herausgekommen. Bands wie Egdon Heath, Flamborough Head und auch ein Album namens „The Dawn“ von Timelock war dabei. Und eben diese Timelock gibt es jetzt wieder nach 13 Jahren Abstinenz und eine neue EP mit dem Titel „...stay awake“ ist veröffentlicht worden.

 

Von damals sind noch Sänger Ruud Stoker und Keyboarder Julian Driessen mit dabei, ergänzt von Gitarrist Martin Hendriks, Drummer Rob Boshuijzen und Bassist David Guurink. Ebenfalls, und das ist neu, mit von der Partie sind die beiden Sängerinnen Laura Eradus und Coby van Oorschot. Dies erweitert das Soundspektrum von Timelock natürlich, wobei die Musik immer noch im Neoprog der Marke Marillion, Pendragon und Bands wie Saga verortet ist.

 

So beginnt die EP mit dem Opener „...stay awake“ auch mit Neoprog-Synthies/Keys und der recht markante hohe Gesang von Ruud Stoker lässt Ruckbesinnungen auf „The Dawn“-Zeiten zu. Mehrstimmiger Refrain und ein feines Keyboard- u. Gitarrensolo der Marke Marillion runden einen schönen Einstieg ab. Flottere Gitarrenmomente und etwaige Keyboard-/Gitarrenduelle prägen das folgende „Chasing Echoes“. Auch hier wird der Gesang/Refrain bevorzugt mehrstimmig angestimmt.

 

Ruhig und mit Akustik Gitarre beginnt „Crazy Life“ bei dem Laura Eradus den Leadgesang übernimmt. Balladesk und atmosphärisch, mit wunderschönen Passagen durchsetzt, fühlt man sich an große Neoprog Momente der 90er Jahre erinnert. Ein atmosphärisches Keyboardsolo lässt am Ende keine Wünsche für Genre-Fans offen. Abschließend liefert „Forgotten Words“ einen symphonischen Einstieg. Der Gesang wird etwas melancholischer, düsterer angestimmt. Ein erneut fantastischen Gitarrensolo und ein etwas überraschender Orgel-Part führen hin zum Ausklang mittels Piano.

 

Timelock klingen auch im Jahr 2021 noch stark nach den 90ern. Der Sound ist natürlich im Gegensatz zum trotzdem nicht schlecht klingenden „The Dawn“ moderner und verbesserter. Die beiden Damen im Gepäck spendieren neue Nuancen, stellen sich aber meist in die Backings und drängen nicht in den Vordergrund. So bleibt der Neoprog-Spirit von Timelock erhalten und lässt einen hoffnungsfroh in die Zukunft schauen. Sehr schöne Wiederkehr.  



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