THE STRADDLERZ - The Straddlerz

Tracklist:

  • No Changes
  • Streets Of Love
  • Addiction
  • Circle Of Insanity
  • Open Your Eyes
  • Don’t Go Away
  • I’m Alive
  • Without You
  • Junkie Bastard 

Info:

VÖ:  27.03.2020

Label:  Pavement Entertainment


Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10


Dieses dynamische Duo, mit Wurzeln in Italien und Argentinien, wurde 2018 von einem Bekannten für ein lokales Konzert in New York gebucht. Als sie sich mehrfach auf dem Weg dahin „verfranzt“ hatten, kamen sie letztendlich doch dort an und der Bandname The Straddlerz war geboren. Mit ihrer Art des dirty Rock'n Rolls war es aber kein Wunder, daß die beiden für einen Gig gebucht wurden. Denn was nun auf ihrer selbstbetitelten, ersten Platte so intensiv rockig daherkommt, funktioniert sicherlich auch perfekt auf der Bühne.

 

Die Stimme der Sängerin Linda Flippin kann man durchaus als kratzbürstig bezeichnen. Genauso kommt sie per Outfit so ein wenig wie eine Bitch daher. Auffällig geschminkt und zersauste Klamotten. Das Image passt, dagegen posiert Gitarrist Michael Reynal eher in typischer Blackmore-Art mit schwarzen Klamotten und entsprechendem Hut. Zusammen harmonieren die beiden perfekt, für das Album haben sie sich Unterstützung für den Bass und Drums geholt. Hier wechseln sich jeweils drei Musiker ab. Zusätzlich hat man auch noch einen zweiten Gitarristen (Pablo Schmidt) verpflichtet.

 

Los geht’s gleich mit schmissiger Gitarre und Ah-Ah-Chor bei „No Changes“. Linda zeigt sofort ihre Krallen und shoutet biestig den Refrain unter die Leute. Der Song atmet Gossen-Luft und kann sehr wohl als dirty Rock'n Roll bezeichnet werden. So geht’s auch munter weiter. Mal flotter wie bei „Streets of Love“ oder dem mit kratzigem Gitarrensound und galoppierenden Rhythmen versehenen „Open Your Eyes, mal langsamer und mit melodischerem Gesang interpretiert wie bei „Addicition“ (mit amtlichem Wah-Wah-Solo) oder „Don't Go Away“, das mit laszivem Gesang und recht bluesig beginnt, dann aber in Kreischgesang ausartet und härter wird.

 

Teilweise lassen die Straddlerz ein paar Stoner-Elemente mit einfließen und zum Ende des Albums hin wird man immer dreckiger und angepisster, hat man den Eindruck. „I'm Alive“ zeigt Lisa von ihrer hohen Stimm-Seite. Neben einem unkonventionellen, abgehackten Gitarrensolo von Michael bleibt auch das erneut anrüchige Stöhnen von Lisa haften. Die beiden letzten Songs, „Without You“ und „Junkie Bastard“ überraschen dann mit reichlich verzerrtem Gesang. Ersterer mit kratzigen Gitarrenryhthmen, letzterer mit harten Riffs und verrückten Loops und Fragmenten. Zum Ausklang ein reichlich chaotischer Aspekt im Sound des Duos.

 

Alle Achtung was The Straddlerz hier auf ihrem Debut in Eigenregie vom Stapel lassen. Der erdige, kernige Street Rock'n Roll ist natürlich nicht neu, aber dermaßen authentisch, daß schon nach wenigen Sekunden der Schweiß von den Club-Wänden tropft. Auch der Sängerin nimmt man das Image ohne weiteres vollkommen ab, so daß die neun Songs allesamt verdammt gut reinlaufen, ohne Anbiederung an kommerzielle Gedanken. So darf's mit den Beiden ruhig weitergehen. Gerne auch mit richtiger Band im Rücken, um The Straddlerz (wenn's denn mal wieder möglich ist) irgendwann mal live zu erleben. Da könnte man sich schon drauf freuen.  



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