TEXTURES - Genotype


Tracklist:

  • Void 
  • At The Edge Of Winter 
  • Measuring The Heavens 
  • Nautical Dusk 
  • Vanishing Twin 
  • Closer To The Unknown 
  • A Seat For The Like-Minded 
  • Walls of the Soul 


Info:

23.01.2026

Label:  KScope


Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Die niederländischen Progmetaller Textures sind wieder da. Sechs Jahre nachdem man sich aufgelöst hatte und zehn Jahre nach dem letzen Album „Phenotype“.  Das neue Album heißt „Genotype“ und ist keine Fortsetzung des Vorgängers, wie man vermuten könnte, sondern eher das Gegenstück dazu. Es spricht von Außenseitern, die sich in verborgenen inneren Welten bewegen, eine Ode an Authentizität und Widerstandsfähigkeit. So sagt’s zumindest das Label.  In die Tiefe der Lyrics kann jeder selbst gehen, uns interessiert die Musik der Niederländer und diese ist noch genauso innovativ, interessant und komplex wie vorher auch.

 

So baut sich das Album mit „Void“ zunächst langsam auf, geht über in dramatischen Bombast und wuchtige Drums und liefert dann schöne Melodien mittels Keys/Synthies. Ein reines Instrumental, welches in das Werk einführt und in „At The Edge Of Winter“ übergeht. Abgehackte Rhythmen, verzerrte Vocals von Daniel de Jongh, die dann in cleanen aber rauhen Gesang im Wechsel übergehen und mit sperrigen Gitarrenläufen, sowie teils Gebrüll die Komplexität der Musik von Textures verdeutlicht. Die ex-Delain Sängerin Charlotte Wessels darf auch mitsingen….alles prima.

 

Und das Soundgewitter geht immer so weiter. „Measuring The Heavens“ liefert mit treibenden Drums und harten Gitarrnlicks, sowie sphärischen und spacigen Backings Progmetal in Reinkultur, driftet in ein ruhiges Break ab und endet in Eruptionen mit Growls. Dieser immer wieder aufkommende Wechsel  von schönem Cleangesang und growlähnlichem Gebrüll  wird natürlich von vielen Bands so benutzt, schiebt Textures dadurch in die absolute Moderne des heutigen Progmetals. Es folgt das äußerst sperrige „Natural Dusk“ mit flotten melodischen Rhythmen, sowie das schnelle „Vanishing Twin“ mit teils mehrstimmigem, sowie fließendem Gesang.

 

Mehr Groove der Evergrey-Klasse verheißt „Closer To The Unknown, betört zwischendurch mit ruhigen Momenten, aber auch recht krudem Gitarrensolo. Eher verspielt mit zunächst verklärten Vocals durch Echo vestärkt beginnt „A Seat For The Like-Minded“, was in einen schleppenden Rhythmus und Brüll-Vocals mündet, dann wieder ruhig ausklingt. Ebenso einen Mix aus langsamen Parts mit melodischen Akzenten, sowie harten Ausbrüchen und deftigen Beats beinhaltet der Abschluß-Track „Walls Of The Soul“. Gleichzeitig mit fast acht Minuten der längste Song des Albums.

 

 

Die Textures-Fans werden sicherlich mit „Genotype“ sofort wieder warm. Der musikalische Anspruch ist keinesfalls geschrumpft, sondern hat eher noch an Relevanz zugelegt. Es wird nie so sperrig, das es wehtut, aber auch nie so übermelodisch, das es belanglos wirkt. Genau die richtige Mischung, die man von modernem Progmetal erwartet. Daher kann man das neue Album der Niederländer uneingeschränkt der Zielgruppe empfehlen. 



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