SUBTERRANEAN MASQUERADE - Mountain Fever

Tracklist:

  • Snake Charmer
  • Diaspora, My Love
  • Mountain Fever
  • Inwards
  • Somewhere I Sadly Belong
  • The Stillnox Oratory
  • Ascend
  • Ya Shema Evyonecha
  • For The Leader, With Strings Music
  • Mångata

Info:

VÖ: 14.05.2021

Label: Sensory Records / Alive

Video:

Bewertung:

 

Autor: Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



Das israelische Musikerkollektiv Subterranean Masquerade hat sich von einem reinen Studioprojekt mittlerweile zu einer echten Band mit faszinierenden Liveauftritten gemausert. Und mit dem vierten Album „Mountain Fever“, welches von Jens Borgren (Opeth, Leprous, Katatonia) gemischt wurde, kommt nun das bislang ambitionierteste Werk der Band, welches nicht so einfach in irgendwelche Schubladen gesteckt werden kann.

 

Der basische Prog(metal) der Israelis ist vielfach durchsetzt mit Elementen aus dem World Music Bereich, der arabischen Folklore, kurzen Death Metal Eruptionen und viel Theatralik, was sich schon anhand der vielen Gastmusiker belegen lässt. Da wurden beispielsweise unterschiedlichste Gastsänger(innen) hinzugeholt, die den Songs alleine schon durch ihre Stimmen viel Variation bescheren. Hierzu zählen Jackie Hole, die einige mal weibliche Gesangsparts übernimmt. Oder auch Ashmedi von Melechesh, der für harsche, growlige Biestigkeiten sorgt. Aber auch für die vielfältigen Instrumente und Percussions hat man neben der Stammbesetzung Musiker rekrutiert, die sich faszinierend einbringen.

 

10 Songs voller Inhalt, voller magischer Momente beinhaltet „Mountain Fever“ und man weiß nie, was einen als nächstes erwartet. So beginnt das Album mit „Snake Charmer“ noch proggig und eingängig mit schönen Melodien und flotten Orgelthemen. Und auch der anfangs geflüstere Gesang ändert sich in tolles Stimmvolumen im Verlauf. Doch schon das folgende „Diaspora, my Love“ macht es dem Hörer nicht mehr ganz so einfach. Piano, Akustik-Gitarre und Percussions sorgen zu Beginn für Wohlfühlbefinden, Flüstergesang ändert sich zu Wechselgesängen und Streicher im Background. Dann wird’s urplötzlich hart und Growls zerfetzen die Stimmung.

 

Diese Stimmung schwenkt mit dem Titelsong „Mountain Fever“ um in arabisch/orientalische Gefühlslagen. Flotte Rhythmen mit viel Percussion und fremdländische Instrumente wie Woodwinds herrschen vor und grenzen nahe am World Music Bereich. Das tolle Gitarrensolo von Omer Fishbein zeigt aber dennoch die Verbundenheit von Subterranean Masquerade zum Progrock.

 

Betörend und fröhlich beginnt „Inwards“. Jackie Hole übernimmt den hauptsächlichen Gesang wird aber zwischendurch unterbrochen von fremdländischen Klängen und tiefen Growls. Plötzlich ertönt ein heftiger Schrei und ein Gitarrenpart mit Bläsereinsatz übernimmt. Auch hier der Beweis, daß man nie weiß, was im nächsten Moment in den Songs dieser Band passiert.

 

Eine Mischung aus World Music, hysterischem Geschrei, einem Piano-Gitarrenpart und gospelartigem Gesang findet man bei „Somewhere I Sadly Belong“. Etwas mehr dahinplätschernd offenbart sich „The Stillnox Oratory“ erst im Verlauf als intensiver, mit harten Gitarren lärmender Song, der zudem einen spacigen Synthiesound beinhaltet und sich mit theatralischem Gesang und Geschrei regelrecht aufblustert. Wo hingegen „Ascend“ mit tiefergestimmten Saiten und moderner Ausrichtung dem heutigen Zeitgeist Tribut zollt. Flotte Riffs, ruhiger Gesang und ein schöner, etwas poppiger Refrain erinnern durchaus etwa an Leprous. Zumindest bis das Break mit Tribal Drums, Stakkato Riffs und theatralischem Chorgesang am Ende in eigene Bahnen lenkt.

 

„Ya Shema Evyonecha“ ist dem Titel gemäß natürlich ebenfalls eher der Heimat von Subterranean Masquerade verbunden. Für uns fremdländische Klänge und einheimischer Gesang wird aber für plötzliches Kreischen, härtere Gitarren, ein amtliches Synthie Solo und ein reichlich chaotisches Ende verlassen. Das mit 8 ½ Minuten längste Stück folgt danach mit „For The Leader“ und startet mit ordentlich Gegrowle und Geballer. Eine richtige Progmetal Abfahrt von düsterem Growl-Gesang unterstützt. Ruhiger wird’s nach einem Break mittels Akustik Gitarre. Der Gesang geht wieder ins Theatralische über bevor die Nummer  Fahrt aufnimmt und mit Perucussions verzaubert. Abschließend dann der mit Abstand folkigste Song des Albums, „Mangata“. Diverse Blasinstrumente und geflüsterter Gesang führen ein. Der homogen ausgerichtete Gesang mit Orgel führt zu einem intensiven Ende.

 

Mit „Mountain Fever“ ist Subterranean Masquerade ein starkes Album gelungen, welches vor Abwechslung nur so strotzt und das mit viel Liebe zu arabischen/orientalischen Klängen ein weitestgehend progressives Highlight darstellt. Die Vielzahl an Gästen/Sängern lässt die Musik beinahe wie ein folkloristisches Theaterstück wirken, ohne dabei aber den Hörer zu überfordern. Denn zerrissen kommt das Album trotz vieler Wendungen, gefühlvoller und harscher Gesangmomente nie rüber, so daß sich der Hörgenuss über die gesamte Albumlänge einstellt. Sicherlich zählen Subterranean Masquerade zu den außergewöhnlichsten Vertretern im Prog-Bereich. Und das ist absolut gut so.  



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