STARQUAKE - Brawls & Witches


Tracklist:

  • Beautiful Dystopia
  • God Is An Atheist
  • Still Loving You, Baby
  • Memento Mori
  • Can't Sing The Blues


Info:

VÖ:  10.04.2026

Label:  Eigenvertrieb


Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  9 / 10



Diesmal sollte keine „Sehenwürdigkeit“ wie das Reichstagsgebäude das neue Album von Starquake, dem Projekt von Multi-Instrumentalist Mikey Wenzel, zieren.  Nein, bei „Brawls & Witches“ liegt der Eyecatcher mehr auf Düsternis und Dystopie, klar wenn Schlägereien und Hexen genannt werden. Und nicht zuletzt möchte das Wortspiel auch an John Lennon’s „Walls and Bridges“ erinnern, was die Einflüsse von Mikey, welche durchaus die Beatles beinhalten, mit reflektiert. Dabei passiert während der fünf neuen Stück wiedermal so viel, das es fast schon den Rahmen hier sprengt. Will man die Musik von Starquake einordnen, liegt man irgendwo zwischen Classic – u. Progrock, auch wenn viele weitere Zutaten den Sound generieren.

 

Ursprünglich sollte „Beautiful Dystopia“ das Album eröffnen und gleichzeitig beenden. Herausgekommen ist aber ein fast neunzehnminütiger Opener (Mikey fand einen Zweiteiler zu altmodisch), der als phänomenales Starquake-Opus in die Geschichte eingehen wird. Es beginnt ziemlich session-mäßig mit Gitarren und Orgel, dem der gute stets angerauhte Gesang von Mikey folgt. Hardrockig, stampfend, groovig…so interpretiert man klassischen Rock. Ein Frickelpart gibt’s obendrein bevor es  zum plötzlichen Break kommt und ein langgezogener Ton zunächst verstört. Piano, Drums und ein ruhiger Part, sowie ein an David Bowie erinnernder Gesang setzen Duftmarken. Gefolgt von kruden Klängen, Kirchenorgel, symphonischen Backings und als möchte man den Hörer herausfordern….gesampelte Techno-Beats in abgehender Geschwindigkeit. Darauf eine Akustik-Gitarre, schöne Melodie, aber nach längerem Instrumentalpart auch wieder Gesang wie am Anfang. Erneutes Frickel-Solo, Marschrhythmen, verspielter Kanongesang und….Growls. Haben wir noch was vergessen ? Ja, das top Gitarrensolo am Ende. Puh, ich hab ja gesagt, man kann es fast nicht umschreiben, so viel passiert bei Starquake in einem einzigen Song.

 

Wer so viel wagt, kann auch behaupten „God Is An Atheist“, verpackt in eine ungleich kürzere Nummer mit vier Minuten. Härtere Gitarren, rauher Gesang und flotter Midtempo-Part bedeuten einen straight eingängigen Hardrocker. Dem lässt Mikey eine weitere wunderbare Gitarrenmelodie folgen, als Einstieg zu „Still Loving You, Baby“. Ein wunderbar grooviger Track in Strassenfeger- Qualität. Weiter geht’s mit Piano, feinfühligen Melodien, Soundcollagen und Synthies beim rein instrumentalen „Memento Mori“, was Mikey selbst als skurril bezeichnet, aber mit Orgel und Windgebläse am Schluß überzeugt.

 

Da kann zum Abschluß nur schleppender Groove aufkommen und balladesk gesungener Blues bei „Can’t Sing The Blues“ ertönen. Die Orgel kommt verspielt rüber, ein ruhiger Part…beruhigt und ein nochmals wunderbares Gitarrensolo rundet „Brawls & Witches“ ab. Ein Album, das mitnichten so düster ist, wie es das Artwork verheißt.

 

 

Solche Songs, solch ein Album kann nur entstehen, wenn man keinerlei musikalischen Zwängen unterliegt, seinen Vorlieben freien Lauf lassen kann und ein Songwriting-Verständnis aufweist, das nicht vielen in so aufregender Art und Weise gegeben ist wie einem Mikey Wenzel. Nach dem musikalischen Zirkus des Vorgängers nun also die „Verhexung“ durch Vielfalt, progressiver Klangfarben und klassischer Rockinszenierung, die zu einem ganz großen Ganzen führt. Starquake muss man erleben, aber Achtung !! Ganz so einfach zu konsumieren ist’s wie immer nicht. 



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