SPOCK'S BEARD - The Archaeoptimist


Tracklist:

  • Insivible
  • Electic Monk
  • Afourthoughts
  • St. Jerome In The Wilderness
  • The Archaeoptimist
  • Next Step


Info:

VÖ: 21.11.2025

Label: Madfish


Video:


Bewertung:

Autor: Kerbinator

 

Bewertung:  7,5 / 10



Die US-amerikanischen Progger Spock’s Beard waren schon von Anfang an ihrer Karriere kein leicht zu konsumierendes Unterfangen. Klassiker wie das Debut „The Light“, der Nachfolger „Beware Of Darkness“ und natürlich auch das Referenz-Werk „Snow“ zeugen von komplexen Arrangements, auf den Punkt austarierten Sounds, aber auch grandioser Melodien. Neal Morse ist nun bekanntlich schon seit langer Zeit nicht mehr dabei, aber auch der seit 2011 am Mikro stehende Ted Leonard ist wahrlich kein schlechter seines Fachs. Es dauert zwar immer einige Zeit bis Spock’s Beard mal wieder ein neues Album veröffentlichen, nach sieben Jahren ist es nun mit „The Archaeoptimist“ so weit.

 

Aber trotz aller Klasse hat man schon ein wenig den Eindruck, als hätten die letzten Alben etwas an Relevanz verloren und man stellt den Songs eher eine Werkschau der einzelnen Musiker an die Seite, als inhaltliche Tiefe. Da macht auch das neue Album keine Ausnahme. Das fängt bei „Invisible“ schon an. Ein mehrstimmiger Chorgesang zu Beginn, viel Orgel und Keyboard-Gedudel von Ryo Okumoto und teils abgehackte Rhythmen legen freilich gleich den Verdacht nahe, das hier Spock’s Beard am Werk sind und auch der Genesis-artige Refrain verbleibt markant. Dennoch setzt man irgendwie auf gewollte Sperrigkeit, teils flippige Keyboard-Kaskaden und spacige Synthies. Es fehlt tatsächlich doch an Seele im Nachhinein betrachtet.

 

Das bleibt dann auch so. Schräge Orgelklänge, ein melodischer Gitarren-Piano-Part und teilweise ruhiger, auch mehrstimmiger Gesang setzen inklusive Queen-Farbtupfer bei „Electic Monk“ die Akzente. „Afourthoughts“ beginnt ebenfalls zerfahren, bringt düstere Tastenklänge hervor, überrascht dann allerdings mit Akustik-Gitarre/Wechselgesang in entspannter Art, lässt einen Kanon-u. Piano-Part folgen, muss dann allerdings etwaigen Ryo Okumoto-Eskapaden weichen. Dies setzt sich in etwa bei „St. Jerome In The Wilderniss“ fort. Schöner Gesang und ruhige Momente treffen auf schräge Gitarren-Eruptionen und abgehackte Rhythmen. Das Finale kommt dann reichlich episch.

 

Als wäre das alles nur Vorgeplänkel gewesen, folgt nun der über 20-minütige Titelsong „The Archaeoptimist“. Alles was man von Spock’s Beard kennt, wird in diesem Locktrack verwurstet. Die einzelnen Abschnitte aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel…technisch natürlich vom Allerfeinsten, geht auch mal ein kleiner Jazz-Anteil einher mit kruden Themen, feinen mitunter verspielten Momenten, sowie härteren Sequenzen, die knapp am Progmetal vorbeischrammen. Typischer Longtrack halt, von dem allerdings im Nachgang erst einmal nicht viel hängen bleibt.

 

 

Dann schiebt man zum Abschluß mit „Next Step“ gleich nochmal einen 11-Minüter nach. Dieser zählt dann zu den Höhenpunkten des Albums. Entspannter Gesang, viel Dynamik und auch folkige, flötenartige Klänge suggerieren mehr Harmonien als zuvor und verwöhnen den Hörer mit nachvollziehbarem Prog der Sonderklasse. Diese Nachvollziehbarkeit ist bei Spock’s Beard zu Gunsten einer Werkschau der Musikanten etwas gewichen. Zu konstruiert wirken die Songs, als hätte man jetzt endlich auf Teufel komm raus wieder ein neues Album herausbringen müssen und dadurch an Seele im Songwriting eingebüßt. Selbstverständlich werden sich die Fans der Amis auch bei „The Archaeoptimist“ wiederfinden. An die Über-Alben der reichhaltigen Diskografie kratzt man aber zu keiner Zeit. 

 



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