SOEN - Imperial

Tracklist:

  • Lumerian
  • Deceiver
  • Monarch 
  • Illusion
  • Antagonist
  • Modesty
  • Dissident
  • Fortune

Info:

VÖ: 29.01.2021

Label:  Silver Lining Music

Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  9  / 10



Zwei Jahre nach dem beeindruckenden Album „Lotus“ sind die Schweden Soen zurück mit ihrem fünften Werk „Imperial“. Und gleich vorweg, sie machen da weiter, wo sie mit dem Vorgänger aufgehört haben. Nämlich mit atmosphärisch tiefem (modernen) Prog-Metal, der ganz klar den Fokus auf bärenstarke, impulsive Refrains legt. Es schwingt immer ein wenig Melancholie und Düsternis mit, wenn Sänger Joel Ekelöf, Martin Lopez und ihre Mitstreiter die Songs hautnah und treffend interpretieren.

 

Durch die Vergangenheit von Martin Lopez gibt es auch auf „Imperial“ gewisse Übereinstimmungen mit Opeth, aber auch Bands wie Anathema oder gemäßigtere Tool. Es wird aber nie zu sperrig, auch wenn der Opener „Lumerian“ durchaus so beginnt. Gitarrist Cody Ford bietet seine Riffs im modernen Gewand an, ein Umstand, der auch ein wenig Alternative Rock mit einfließen lässt. Von Bands wie Dream Theater ist man klanglich jedenfalls meilenweit entfernt.

 

Aber wie gesagt, die Essenz des Sounds von Soen liegt im fabelhaften Gesang von Joel Ekelöf, der solo als auch mehrstimmig in Refrainchören (gerne auch mit Echo) immer beeindruckt. Neben Stakkato Riffs und modernen Licks lässt ein Break mittels ruhigem Gesang und Keyboards viel Melodie zu. Ein Stilmittel, welches Soen immer wieder in ihren Songs verwenden. So auch, beim folgenden „Deceiver“. Hier klingt Joel ein wenig nach New Wave und ein elegischer Gitarrenpart berührt.

 

Bei dem mit Sirenen beginnenden „Monarch“ lassen Soen mit wuchtigen Drums einen gehörigen Beat zu. Ein Song wie auf Martin Lopez zugeschnitten. Mehr im Alternative Bereich verwurzelt, begeistert die Nummer mit starkem Rockgitarren-Part und dazugehörigem Solo. Ein für mich persönliches Mega-Highlight ist der Track „Illusion“. Mit Piano-Auftakt und ruhigem Gesang erzeugt die melancholisch elegisch gestimmte Gitarre für Gänsehaut, ein kurzes Break inklusive und fantastischem Solo obendrein, ist die Nummer an Schönheit kaum zu überbieten.

 

Bei „Antagonist“ geht’s mit hartem Einstiegsriff flott und rockig zu, eneut mit einem fantastischen Refrain gespickt. Ein kurzer entspannter Part mit Piano läutet ein intensives Ende ein. Etwas verklärt beginnt „Modesty“, bei dem im Backgroundgesang mit Echo experimentiert wurde. Ein Song, der sich an Intensität immer weiter steigert, tolle Keyboardmelodien offenbart und letztendlich mit verzerrten Gitarrenthemen und Soli eine etwas düstere Grundstimmung beinhaltet. Sehr emotionaler Gesang und hämmernde Drums gibt’s on top.

 

„Dissident“ kommt wiederum etwas sperriger daher. Abgehackte Gitarrenrhythmen und Drums stehen gutem Refrain und starkem Gitarrensolo gegenüber. Das Break in der Mitte erinnert an die ersten beiden Songs der Scheibe und führt über ruhige Gesangsmomente hin zu tribal-artigen Drums, gemischt mit Saitengezupfe. Ein weiterer fantastischer Moment zum Innehalten und Genießen bietet sich mit dem abschließenden „Fortune“. Langsamer Beginn und tiefergestimmte Gitarren bestimmen zunächst den Song, bevor wieder melancholisch melodischer Gesang und der Refrain viel Emotionen loslassen. Abgerundet wird das Stück und somit das Album von einem herrlichen Gitarrensolo am Ende.

 

„Imperial“ ist die konsequente Fortführung von „Lotus“, hat genauso tolle Songs im Gepäck, bietet modernen Progmetal auf höchster Stufe. Auch die Corona-Pandemie, die natürlich auch Soen geprägt hat, kann diese Band qualitativ nicht beeinflussen und somit ist dieses Album, welches von Inaki Marconi und Soen selbst hervorragend produziert wurde, erneut ein sehr starkes geworden. Der Weg zeigt steil nach oben für die Schweden. Das beweist „Imperial“ mit enormem Nachdruck.



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