SKY CRIES MARY - Secrets Of A Red Planet

Tracklist:

  • Waves Of Mourning
  • Die Of Laughter
  • Intermezzo
  • Trapeze Dancer
  • Drunken Pilot
  • Born From My Mouth

Info:

VÖ:  20.03.2020

Label:  Trail Records

Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6  / 10



Die schon seit Anfang der 90er Jahre aktive amerikanische Psychedlic-/Trance Rock Band Sky Cries Mary ist alles andere als einfach zu konsumieren. Vielmehr lege ich zugrunde, daß die Einfuhr diverser Substanzen den Hörgenuss wahrscheinlich immens erhöht. Aber, wenn man schon so lange in der Musikszene aktiv ist, scheint es ja auch einen Markt für Bands wie Sky Cries Mary zu geben.

 

Das Label Trail Records, wo das neue Album „Secrets Of A Red Planet“ erscheint, ist spezialisiert auf Bands, die verstärkt mit psychedlischen Elementen und Ähnlichem arbeiten. Das elfte Studioalbum von Sky Cries Mary beginnt sehr entspannt mit „Waves Of Mourning“ dem der charakteristische Duett Gesang von Bandgründer Roderick Wolgamott und dem weiblichen Gegenpart Debra Reese folgt. Als eine Art Sprechgesang wirkt das Ganze gleich hier sehr betörend um nicht zu sagen esoterisch. Im Verlauf der 7 ½ Minuten nimmt der Psychedelic Faktor allerdings stark zu.

 

Auch das folgende „Die Of Laughter“ (12:35 Minuten) lebt vom Wechselgesang von Männlein und Weiblein. Reichlich verschrobene Klänge reichen bis zu verträumten Passagen. Die Gitarren (Kevin Whitworth und Jack Endino) werden intensiver, mäandern aber alsbald in spacige Geräusche. Es herrscht technisch versiertes Chaos. Das rein instrumentale „Intermezzo“ (knapp vier Minuten) besteht im Prinzip nur aus computerisierten, wiederum spacigen Klängen.

 

Das kann man quasi als Übergang zum 11-minüter „Trapeze Dancer“ sehen. Und Tanzrhythmen erklingen auch sofort. Schwebende Sounds, psychedlische Gitarrenläufe und hauptsächlich der betörende Gesang von Debra Reese lassen den Song himmelhoch schweben. Bis hin zum aus den Boxen metertief wabernden Ende. Klangspektren die faszinieren können oder verstören zugleich. „Drunken Pilot“ beginnt stilecht mit Flugzeuggeräuschen, der verklärte Gesang erscheint auch in dieser Nummer eher verstörend als harmonisch. Durch die knapp 10 Minuten werden reichhaltig Störgeräusche integriert, sowie krude Melodien präsentiert, die von beinahe verzweifelt klingendem Gesang begleitet werden. Starker Tobak !!

 

Dumpfe Bass-Spuren (Curt Eckman) und Vogelgezwitscher (ja, es wird Frühling) starten die 10-minütige Abschlußnummer „Born From My Mouth“. Dicke Keyboadflächen, für die der zweite Bandgründer und Multiinstumentalist Ben Ireland zuständig ist, sowie schöne Melodiebögen machen diesen Song zum eingängigsten des Albums. Der leise gehaltene Gesang unterstützt dies. Dennoch endet „Secrets Of A Red Planet“ in härterer und psychelischerer Gangart.

 

Sky Cries Mary sind sicherlich keine Band für „einfache“ Musikkonsumenten. Man muß sich auf eine Welt voller Mystic, sphärischer Unebenheiten, Betörungs-Beschwörungs-Melodien und Psychedelic Basis einlassen, um dieser Musik etwas abgewinnen zu können. Dann kann diese aber zu einer weitreichenden Faszination führen, auch wenn der Weg dahin kein einfacher ist. Ob die Amis für einen gemacht sind, muß man schon selbst ergründen. Daher am besten einfach mal „Secrets Of A Red Planet“ beispielsweise auf der Bandcamp Seite des Labels antesten und dann entscheiden, ob genial oder genial daneben.



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