VÖ: 14.11.2025
Label: Massacre Records
Autor: Rainer Kerber
Bewertung: 9 / 10
Es wird Herbst, und die Blätter fallen. Auch neue Alben fallen auf die Plattenteller bzw. in die CD-Player der Fans. So auch „Time“, das zweite Album der Baden-Württembergischen Power Metal Band Skull & Crossbones. Gegründet 2019 in Gerstetten (Landkreis Heidenheim, Region Ostwürttemberg). Das Debüt-Album „Sungazer“ wurde 2023 veröffentlicht. Laut Pressetext stellt „Time“ gegenüber dem Debüt einen großen Schritt nach vorn dar, sowohl beim Songwriting als auch bei der Produktion. Und schwärmt von „kraftvollem, melodischem und zeitlosem Heavy Metal, der Energie mit Emotionen verbindet“.
Ansatzlos peitschen Gitarren-Riffs aus den Boxen bei „Echoes Of Eternity“. Schlagzeug und Bass sorgen für einen kräftigen und schnellen Rhythmus. Sänger Tobias Hübner überzeugt mit seiner kräftigen Metal-Stimme, gelegentlich auch mit hohen Screams. Dahingegen ist „Labyrinth Of Time“ ruhiger und wird zeitweise geprägt von Manowar Gedächtnis-Riffs. Der Sound ist jedoch weniger bombastisch als bei den „Bewahrern des Trve Metal“. Beim Gitarren-Solo werfen sich beide Gitarristen die Bälle nahezu spielerisch zu. Mit Beginn von „Time Thief“ zieht das Tempo wieder an. Den Refrain werden die Fans live ganz sicher laut mitsingen. Über die Qualität der Gitarren-Solos der Band brauche ich kein Wort mehr zu verlieren – einfach herausragend. Weiter geht es im Wechselbad der Geschwindigkeit. Nach einem fast balladesken Einstieg entwickelt sich „The Illusionist“ zu einer großen Midtempo Metal Hymne. „The Price“ bewegt sich in metallischen Hochgeschwindigkeits-Gefilden. Der nächste Song startet mit dem angekündigte „Thunderstorm“. Sowohl wörtlich als später auch musikalisch.
„Passing Hours“ starten mit cleanen Gitarren-Akkorden. Auch hier folgt nach einem balladen-artigen Beginn eine große Metal Hymne, mit einem eingängigen Mitsing-Refrain. Bei dem von Riffs und Double Bass Attacken geprägten „Eye Of Wisdom“ schwingen sich Skull & Crossbones erneut in den Hochgeschwindigkeits-Metal auf. Kurz vor Schluss folgt sie dann doch, die Power-Ballade „Nocturnal Dreams“. Den Abschluss bildet mit „The Ocean’s Call“ eine weiter Hymne. Der Song startet zunächst mit „ohohohohoho“-Gesängen. Auch hier hören wir einen sehr eingängigen Refrain. Absolut Airplay-tauglich.
Skull & Crossbones sind eine Belebung für die deutsche Power Metal Szene. Der Sound klingt frisch und unverbraucht. Das Album besticht durch ein abwechslungsreiches Songwriting. „Kraftvoll, melodisch, zeitlos, energiegeladen und emotional“ – dieser Einschätzung des Presse-Textes kann ich voll und ganz zustimmen. Ich habe zwar nur bei „The Ocean’s Call“ die Airplay-Tauglichkeit erwähnt. Aber jeder einzelne Song wäre es wert, von Rock-Radio-Stationen gespielt zu werden.
Review ebenfalls erschienen bei KEEP ON ROCKING MAGAZIN

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