VÖ: 21.11.2025
Label: Icons Creating Evil Art
Autor: Kerbinator
Bewertung: 9 / 10
Schwester, ey…nicht schlecht was die Schweden Sister mit ihrem fünften Album „The Way We Fall“ so vom Stapel lassen. Dabei ist sich die Fachwelt gar nicht so sicher, wie sie den Stil der Band umschreiben will. Manche sprechen von Sleaze trifft auf Punk, manche von Black-and Death Metal mit Melodic Anteilen. Andere wieder wittern Gothic und Dark-Metal. Ja, alles irgendwie vorhanden. Aber letztlich bringen Sister astreine Hymnen hervor, die dreckig, grandios biestig aber auch bombastisch eingängig und mitsingbar jede Tanzfläche bereichern.
Da passt auch hervorragend der optische Faktor der Jungs dazu, der ein wenig nach Crashdiet und Konsorten ausschaut, sowie ein bisschen Horror-Show verheißt. Eine junge Band sind Sister ja nicht mehr, den Erfahrungswert der einzelnen Musiker hört man an jeder Stelle. Angefangen beim hymnischen Opener und Titeltrack „The Way We Fall“. Ja, Background-Synthies gehören dazu, ummalen aber eher, als zu stören. Der Refrain lässt dann auch nix wünschen übrig. Auch wenn Sänger Jamie Anderson in Dani Filth-Nähe keift und keinesfalls ausgewimpt interpretiert. Er sorgt dann dadurch auch für die angesprochenen Black Metal-Spuren, die sich aber musikalisch keinesfalls auftun.
„Howling Hell“ setzt den Reigen famos fort, kommt aber um Längen wuchtiger und vielleicht auch brutaler rüber. Immer aber mit der feinen Singbarkeit und Melodik gespickt. Kleinere Industrial-Loops sorgen in den Songs von Sister immer wieder auch für Tanzflächen-Finesse. Der „Tanz der Toten“ überrascht danach mit partiell deutschem Gesang. Ist vom Stil her dann auch aggressiver und derber, wie der Album-Einstieg. Einer der Höhepunkte ist sicherlich „Blood Sacrifice“ aufgrund seines absolut unwiederstehlichen Refrains und der dadurch unmittelbaren Hitqualität. Selten solch einen Ohrwurm vernommen, der sich dauerhaft ins Gehör fräst.
Mit „Let Me Be Your Demon“ zeigen die Schweden dann, wie eine (Düster-)Ballade zu klingen hat. Völlig unaufgesetzt und mit der fantastischen Gastsängerin Linda Varg gesegnet, nimmt der Song zur rechten Zeit mal den Dampf aus dem Album, ohne aber wirklich zu ruhig zu agieren. Der Rest des Albums ist dann ein Schaulaufen mit mal mehr mal weniger mitsingbaren Hymnen. Kleiner Motörhead-Querverweis bei „Blinded And Buried“, eine richtiggehende Punk-Nummer mit „Rose Red“ und weitere ikonische Songs wie „Die To Live“, „Mortal Sin“ und „When She Dies“ setzen dem Album von Sister das I-Tüpfelchen auf’s Haupt und vollenden ein wirklich beeindruckendes Werk, das mit Stilvielfalt glänzt und sich jederzeit den düster derben Charakter trotz aller Hit-Qualitäten der einzelnen Songs bewahrt. Ein später Höhepunkt des ablaufenden Jahres, definitiv.

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