SHORES OF NULL - Beyond The Shores (On Death And Dying)

Tracklist:

  • Beyond The Shores (On Death And Dying)

Info:

 

VÖ:  27.11.2020

Label:  Spikerot Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7,5 / 10



Drei Jahre nach „Black Drapes For Tomorrow“ kommen die Italiener Shores Of Null zurück mit einem neuen Album. Auch wenn man sich dem Stil des düsteren, melancholischen Doom mit Death-Neigungen im Prinzip treu geblieben ist, so ist bei „Beyond The Shores (On Death And Dying)“ doch Einiges anders.

 

Zum einen besteht das neue Album nur aus einem 38-minütigen Song, dem Titelsong logischerweise. Auch hat man sich diesmal eine Vielzahl an Gastsängern/-musikern dazugeholt, um die Geschichte dieses Mammutsongs adäquat rüberzubringen. Viel spielt sich eiesmal im atmosphärischen Doom-/Post Rock ab. Entrückte, teils verspielte Klangwelten wechseln sich ab mit düsteren, dunkles Passagen, was sich sowohl im Gesang als auch in der Musik äußert.

 

Neben dem passablen Clean Gesang von Hauptsänger Davide Straccione hat man für die immer wieder auftauchenden Growl-Passagen Leute wie Mikko Kotamäki (Swallow The Sun) und Thomas A.G. Jensen (Saturnus) dazugeholt. Weiblichen Gesang gibt’s natürlich auch, interpretiert von Elisabetta Marchetti (Inno) und mehr im schreienden Bereich von Martina Lesley McLean.

 

Das Album basiert auf den fünf Stufen der Trauer, behandelt von Elisabeth Kübler-Ross in deren Buch „On Death And Dying“. Klar, daß die musikalische Ausrichtung von Shores Of Null dazu wie gemacht ist. Diesmal, hab ich den Eindruck, noch ein wenig langsamer, schleppender, melancholischer.

 

Dazu gehören neben tollen Gitarrenmelodien auch rasantere Momente, ähnlich denen bei Insomnium. Die beiden Gitarristen Gabriele Giaccari und Raffaele Colace sind Könner ihres Fachs und lassen mit ihrem Spiel genügend Abweschslung in die 38 Minuten einfließen. Dennoch haben sich die Italiener noch mit Paolo Campitelli verstärkt, der Piano beisteuert. Valentina Gabbianellis lässt mit ihrer Violine der Traurigkeit noch mehr Lauf. Diese Leute mag man wahrscheinlich nicht kennen, sie alle steuern aber ihren Beitrag hinzu, damit der Hörer über diese Songlänge bei der Stange bleibt.

 

Damit wären wir auch an dem Punkt der Rotation dieses Albums. Sicherlich kann man sich das neue Werk von Shores Of Null zu bestimmten Begebenheiten immer mal wieder anhören, dennoch muss man halt immer von vorne bis hinten zu Ende hören und kann nicht zwischendrin unterbrechen. Ansonsten bringt „Beyond The Shores....“ ja nichts. Ob das für Nachhaltigkeit beim Hörer sorgt, kann deshalb angezweifelt werden. Eher nimmt man sich das Album nur zur Hand, wenn man schon im Vorfeld genügend Zeit einplant.

 

Trotzdem ist „Beyond The Shores (On Death And Dying)“ ein gelungenes Düster-Epos, dem man bedenkenlos zuhören und auch mal tiefer eintauchen kann. Man erlebt viele Stimmungen und Wendungen, was den Song in sich spannend hält und gute Musiker sind hier allemal am Werk.  



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