VÖ: 24.04.2026
Label: El Puerto Records
Autor: Kerbinator
Bewertung: 7,5 / 10
Zum dritten Mal legen die Baden Württemberger Mission In Black mit „Divinity Of Lies“ ein Album vor, das irgendwo zwischen Melodic Death Metal und Dark (Gothic) Metal hin und her pendelt. Hauptmerkmal ist dabei neben dem fetten, modern produzierten Sound der Wechselgesang zwischen teils keifigen Growls und der melodisch äußerst weiblichen Stimme von Sängerin Steffi Stuber.
Nach kurzem dystopischen Intro („Pulse Of The Awakening“) legen Mission In Black mit „Rise“ aber erst mal in traditionellster Melodic Death Metal Art los. Der Song erinnert an Bands wie In Flames oder auch Arch Enemy und glänzt mit fetten Riffs der beiden Gitarristen Eddie Stübner und Daniel Tschoepe. Auch „Something To Die For“ behält den Sound zunächst bei, es schleicht sich aber bereits hier der gesangliche Gegenpol in Form von Steffi’s klarer Stimme ein.
Was in Folge dann immer mehr Überhand nimmt und teils in hochmelodischen Refrains gipfelt. Wie beispielsweise beim eingängigen „Fighter“ oder dem darauf folgenden „Liquid Fire“. Nun setzen die Growls eher den mehr in den Hintergrund getretenen Gegenpol. Dennoch verbleiben Mission In Black meist in typischen Melodic Death Metal Spuren, was sich auch am immer wieder ansteigenden Härtegrad äußert.
So bilden die zehn Songs eine recht gelungene Melange aus harscher Aggression und düster epischer Tiefe, der Gut und Böse-Faktor, den man allerdings auch von vielen anderen Bands dieser Art her kennt, ist allgegenwärtig und der Sound, wie bereits erwähnt, auf modern getrimmt. Die zehn Songs sind allesamt qualitativ hochwertig gespielt und einen Ausfall gibt es auf „Divinity Of Lies“ eigentlich nicht zu verzeichnen. Auch wenn sich die Tracks etwas ähneln, kann man doch auf ausreichend Abwechslung blicken und somit bleiben auch Songs wie „As Mountains High And Oceans Deep“ und der Abschluß „Ember“ interessant.
Neu ist die Art und Weise der Songs von Mission In Black natürlich nicht. Die Zutaten wie die Wechselgesänge zwischen Growls und Cleangesang oder die Verbindung von harten Riffs und melodischen Refains findet man bei vielen Bands dieses Genres. Aber die Band bringt die Stücke mit äußerst viel Wucht und Dynamik rüber, so daß auch auf Albumlänge kaum Abnutzungserscheinungen entstehen. Fans o. g. Bands, aber auch diejenigen, die auf düsteren Metal mit Frauengesang stehen machen bei Mission In Black nix verkehrt.
