MAJOR PARKINSON - Valesa-Chapter II: Viva The Apocalypse!


Tracklist:

  • Elevator Pitch
  • Showbiz
  • Superdad
  • Father Superior
  • Viva The Apocalypse!
  • The Doctor In Command
  • Karma Supernova
  • Maybelline
  • Kiss Me Now!


Info:

VÖ: 13.03.2026

Label: Apollon Records/Degaton Records


Video:


Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



Das „Velvet Prison“ hat man verlassen. Jetzt feiert man dafür anscheinend die Apokalypse.  „Chapter II – Viva The Apocalypse!“ nennt sich der zweite Teil der „Valesa“-Saga der norwegischen Prog-Artrock-Band Major Parkinson. Und wieder passiert so unheimlich viel während der neun neuen Songs, das man es unmöglich alles umschreiben kann. Der Sound ist nach wie vor theatralisch aufgebaut, teilweise wähnt man sich in einem Musical, dann wieder schwelgt man in rockigen Momenten, aber auch in poppigen Sphären.

 

Nachdem man aus dem „Elevator Pitch“, dem kurzen Intro, ausgestiegen ist, startet das Album mit dem eindringlichen, dem von Sänger Jon Ivar Kolbotn flehend schreienden Gesang begleiteten „Showbiz“. Im neuen Album wird das Show-Business dabei eher von außen beleuchtet. Ruhm als Fiebertraum, Amerika als gespenstischer Jahrmarkt und Utopie als Illusion in Zeitlupe…so bezeichnet die Band den Inhalt von „Valesa II“. Musikalisch weiß man dabei nie was einen als nächstes erwartet. Synthies und Keyboards beherrschen größtenteils die Songs (Lars Christian Björknes), driften dabei aber nie beispielsweise in Neo-Prog ab, sondern treffen mehr den cineastisch choreographierten Nerv.

 

Bläser dürfen auch beim neuen Major Parkinson Album natürlich nicht fehlen und beleben den ein oder anderen Track wieder mit teils funkigen, teils brassigen Elementen. Bei einem Song wie dem Quasi-Titelstück „Viva The Apocalypse!“ sprudelt die Freude über eine bevorstehende Apokalypse aus jeder Faser. Dies verdeutlicht auch der häufig gezielt eingesetzte, gospelartige Chorgesang. Sister Act lässt grüßen. So pendelt das Album munter von progressiven Melodien zu funkiger Verklärtheit und auch mal harten Gitarrenanschlägen hin und her. Progmetal wird’s zwar nie, aber intensiv schon.

 

Der Pop-Appeal wird auch beim neuen Werk nie abgelegt und äußert sich beispielsweise im Abschlußtrack „Kiss Me Now!“. Hier stellt weiblicher Gesang die Weichen auf den Tanz unter der Discokugel und spannt somit elegant den Bogen zum Vorgänger „Velvet Prison“.

 

 

Major Parkinson sind auch mit „Chapter II“ nicht so einfach in eine Schublade zu stecken. Theatralik bis hin zu Rocky Horror Picture Show-Klamauk trifft auch intensiven Prog sowie vielen Zutaten aus den Bereichen Pop, Funk und Jazz. Eindrucksvoll stellen die Norweger ihre musikalische Kunst zur Schau. Trotzdem macht es das Werk einem schwer, alle Songs komplett mehrmals hintereinander anzuhören. Ein Merkmal  dafür, das Major Parkinson zwar meist eingängig, auf Albumlänge aber dennoch sehr komplex bleiben. Man hebt sich auch mit „Valesa II“ absolut von der Menge ab. 



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