VÖ: 20.03.2026
Label: Escape Music
Autor: Kerbinator
Bewertung: 9 / 10
Ich hätte jetzt nicht gedacht, das „Battle Royale“ das Debut-Soloalbum von Francis Soto ist. Aber tatsächlich ist es wohl so und ich hatte hier wohl ein wenig die Soloplatten von Jeff Scott Soto auf dem Schirm. Also, nicht zu verwechseln bitte. Obwohl beide selbstredend Ausnahmesänger darstellen, so auch der gute Francis, hier als Lord Francis Soto unterwegs. Ursprünglich war Francis mal in den 90ern bei Sanvoisen und Subway, falls die noch jemand kennt. Auch die Francis Soto Band kennt vielleicht der ein oder andere. Lange Rede, kurzer Sinn…jetzt wird durchgestartet. Der Lord gibt die „Battle Royal“.
Natürlich leben die zwölf Songs des Albums von der herausragenden, rauhen Stimme des Chefs. Aufgrund derer und dem fulminanten high ernergy Hard Rock-(Power)metal europäischer Prägung, gibt es immer ein paar Querverweise zu Bands wie Iron Savior, dem Gesinnungsgenossen David Reece oder auch einem Jorn Lande beispielsweise während der Masterplan-Phase. Aber auch Gitarrist (und Bassist) Timothy Reid ist zu nennen, der mit amtlicher Axt durch die Gegend rifft und messerscharf immer den Punkt trifft. So wie beim Opener „Take Me Into The Flames“ das mit starkem Power-Riff startet, aber auch Backing-Keyboards offenbart. Ja, Francis Soto hat mit Nico Raines auch einen Keyboarder in den Reihen, der den Melodie-Faktor der Songs zusätzlich erhöht.
Die Refrains kratzen meist immer an Stadiontauglichkeit. Bedeutet, in der Regel hohe Eingängigkeit und auch Mitsingbarkeit. Die artet aber nie ins Belanglose aus, sodern kommt verdammt gut rüber. Etwas wirbelige Gitarrenläufe verspricht „While The Night Still Knows My Name“, das zunächst mit Flüstervocals unterhält, dann aber mit frischem Gitarrensolo und hochmelodischen Vocals glänzt. Ebenso der folgende Stampfer „My Soul Is Black“ mit mehrstimmigem Refrain ausgestattet, aber auch mit etwaiger Düsternis. Was aber noch viel mehr erfreut ist der immense Groove, der die meisten Songs hervorhebt wie beim kraftvoll aufgesetzten Melodic Powermetal-Track „One Night In Tokyo“ oder dem etwas schleppenderen Monster-Groover mit abgefahrenem Gitarrensolo….“Far And Away“.
Auch die zweite Albumhälte bedient sich wuchtiger Rhythmen (Drums: Axel Thorn) erinnert mal an die ersten Masterplan-Scheiben („Life Is A Bitch“), an US-amerkanische Sleaze-Abgehnummern („Heart Of The Storm“) – man beachte hier den genialen Scream zu Beginn – oder auch mal kurz an Van Halen beim Midtempo-Groover „Pain Of Missing“. Lediglich der Abschluß-Track und Titelsong „Battle Royale“ wirkt etwas wie von der Stange komponiert und passt qualitativ nicht ganz so zu den hervorragenden elf Vorgängern.
Also, das ist schon ein starkes Stück Hard Rock/(Power)Metal der besten Art, was Lord Francis Soto uns mit „Battle Royal“ anbietet. Selten hat man in letzter Zeit solche Frische in den Songs gehört, zudem mit einer Ausnahmestimme, die kaum besser zu den Songs passen könnte. Auch wenn nicht ganz so finster wie auf dem Artwork…ein absolutes Szene-Highlight.

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