KAYAK - Out Of This World

Tracklist:

  • Out Of This World 
  • Waiting
  • Under A Scar 
  • Kaja
  • Mystery
  • Critical Mas
  • As The Crow Flies 
  • The Way She Said Goodbye
  • Traitor's Gate 
  • Distance To Your Heart
  • Red Rag To A Bull
  • One By One
  • A Writer's Tale
  • Cary
  • Ship Of The Theseus 

Info:

VÖ: 07.05.2021

Label: Inside Out Music

Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  9 / 10



Das sage und schreibe 18. Album kommt dieser Tage von den niederländischen Progmeistern Kayak heraus. „Out Of This World“ heißt es, und man konnte nach dem Herzinfarkt von Mainman Ton Scherpenzell nicht unbedingt damit rechnen, daß hier überhaupt noch mal etwas kommt. Drei Jahre nach „Seventeen“ haben Kayak eine neues, über 70-minütiges Progwerk erschaffen, bei dem erneut hauptsächlich Bart Schwertmann für den Gesang zuständig ist. Hauptsächlich deswegen, da Gitarrist Marcel Singor bei drei Songs, Bassist Kristoffer Gildenlöw und Ton selbst bei jeweils einem Song das Mikro übernommen haben. Dies unterstreicht neben all den progressiven Themen der Band auch den schon immer vorhandenen Musical-bzw. Theatercharakter. Endgültig angekommen bei Kayak ist nun auch Drummer Hans Eijkenaar, der auch bei einem Song das Writing mit übernommen hat.

 

Entsprechend mit einem klassischen Thema starten die Niederländer mit „Out Of This World“ ins Album. Ton Scherpenzeel's majestätische Keyboards , theatralisch und symphonisch gespielt, prägen neben schönem, teils mehrstimmigem Gesang diesen Song. Eine wundervolle Gitarrenmelodie gehört zu einem echten Progsong, diesen findet man auch hier. Danach folgt mit „Waiting“ eine funkige Nummer mit poppigen Chören und wuchtigem Beat. Erzählerischer, fast schon in Fish-Manier geht’s mit „Under A Scar“ weiter. Zwischen elegischen Gitarrenleads und flott symphonischen Passagen schreitet die Geschichte voran.

 

Ein reines Instrumental erwartet den Hörer bei „Kaja“. Sehr ruhig und mit Piano durschsetzt, sowie elegischer Saitenarbeit, wird der Schwung des Auftakts zurückgefahren. Mit Kanon-Chören beginnt „Mystery“, welches ein Gitarrenthema auffährt, das ein wenig an Saga erinnert. Durch den Gesang wird das Stück zur fröhlichen Angelegenheit. Xylophon-Klänge und Stakkato Rhythmen eröffnen die erste hochatmosphärische Nummer, „Critical Mass“, bei dem ein starkes Keyboardthema und floydsche Gitarren für Gänsehaut sorgen. Mit über sieben Minuten gleichzeitig eines der längten Stücke auf dem Album.

 

Dem swingenden, chorgesteuerten „As The Crows Fly“ hängt man eine wunderbare Progballade hintenan. „The Way She Said Goodbye“ bleibt trotz kurzer Drum Passage weitestgehend ruhig und spendiert zudem feinste Akustik Gitarre. Erneut etwas funkiger wird’s danach mit „Traitor's Gate“, dem Song den Ton zusammen mit Han Eijkenaar geschrieben hat. Klar, daß hierbei die Drums bombastisch herausstechen und mittels flottem Piano und funkigem Bass für Abwechslung gesorgt wird.

 

Entspannt und mit straightem Gesang nimmt „Distance To Your Heart“ wieder etwas Fahrt heraus, ein tolles Twin-Gitarrensolo bleibt haften. Daß Kayak mitunter auch immer schon für Neoprog der Marke Marillion/Arena zu haben sind, zeigt sich beim folgenden „Red Rag To A Bull“. Flächige Keyboard/Synthies treffen auf wunderbaren Gesang. Nach einer weiteren Ballade („One By One“) die erneut mit starken Melodien und Chören glänzt, kommt mit „A Writer's Tale“ der Longtrack des Albums. 9 ½ Minuten atmosphärischer Prog, der nah an Fish oder Galahad herankommt und in den atmosphärisch bombastischen Momenten auch von Arena stammen könnte.

 

Auf der Zielgeraden angekommen, gibt’s mit dem flotten, folkigen Akkordeon-Stück „Cary“ nochmals fröhliches Liedgut, bevor düsterere Moll-Klänge und erhaben mehrstimmige Vocals in Form von „Ship Of The Theseus“, bei dem Ton Scherpenzeel den zerbrechlich wirkenden Lead Gesang übernimmt, das Album beschließen.

 

Beeindruckend, zu welchen Großtaten eine Band, die seit Anfang der 70er Jahre musiziert, noch heute fähig ist. „Out Of This World“ ist zwar von dieser Welt, aber ein spannendes, nie langweiliges Progrock Album geworden, dem Theatralik und Musical Charakter genauso anhaften wie stimmiger Neoprog und klassische Piano-Rock-Schönheit. Die Band wirkt wie eine Einheit, das Album trotz verschiedener Sänger wie ein roter Faden. Noch besser als „Seventeen“...und das will was heißen.  

 



Kommentar schreiben

Kommentare: 0