KANSAS - Song For America

Tracklist:

  • Down The Road
  • Song For America
  • Lamplight Symphony
  • Lonely Street
  • The Devil Game
  • Incomudro - Hymn To The Atman

Info:

VÖ:  1975

Label:  Kirshner


Bewertung:

Autor:  David Kerber

Bewertung:  10 / 10



Es gibt nicht viele Bands, die von sich behaupten können ein Musikgenre „erfunden“ und entscheidend mitgeprägt zu haben. Die US-Amerikaner Kansas um den begnadeten Komponisten Kerry Livgren können dies. Denn es waren Kansas, die den Progressive Rock der frühen 70er Jahre auf die nächsthöhere Ebene, den Art Rock, hievten. Desweiteren waren Kansas neben E.L.O. eine der wenigen Bands mit einem Violinisten im Line-Up.

 

Bereits das selbstbetitelte Debut, welches ich noch auf Kassette hatte, lief bei mir solange rauf und runter bis sie den Geist aufgab. Und das Zweitwerk „Song for America“ übertraf die Qualität des Debuts um Längen. Die größten Erfolge feierte die Band zwar mit den mainstreamigeren Songs „Carry on wayward son“ und „Dust in the wind“, die auch heute noch bei einigen Radios laufen, aber kompositorisch waren die anspruchsvolleren Songs (naturgemäß) viel besser.

Und davon gab es auf „Song for America“ reichlich. Der Opener „Down the road“ ist mit knapp unter vier Minuten noch der kürzeste Song des Albums, überzeugt aber mit dem typischen Kansas-Sound: Violine, Hammondorgel und flotte Gitarrenriffs, dazu Steve Walsh’s markante Stimme. Ein flotter Einstieg, der im Gegensatz zu den folgenden epischen Auswüchsen, dem Titelsong und „Lamplight symphony“, steht.

 

So beginnt „Song for America“ recht gemächlich mit Gitarre, Violine und Schlagzeug, bevor dann das typische Keyboardspiel von Mastermind Kerry Livgren einsetzt. Textlich geht es um die Unberührtheit Amerikas bevor die ersten europäischen Siedler kamen und alles zerstörten. Nicht das erste Mal, dass Kansas das Thema Mensch vs. Natur aufgreifen.

 

Weiter geht es mit der vielschichtigen und kompositorisch erstklassigen „Lamplight symphony“. Ruhig balladesk und mit grandiosen Melodien (auf dem Keyboard gespielt) versehen, übertroffen nur noch vom epischen Rausschmeißer.

„Lonely street“ und „The devil game“ fallen gegenüber ihrem jeweiligen Vorgänger bzw. Nachfolger (naturgemäß) etwas ab, sind aber trotzdem weit überdurchschnittlich. „Lonely street“ kommt etwas bluesig daher was sich auch in Steves Gesang niederschlägt. Als straighter Rocker erweist sich dahingegen „The devil game“, der in etwa in die gleiche Schiene schlägt wie der Opener.

 

Das Abschließende Epos „Incomudro – hymn to the Atman“ bildet schließlich mit über 12 Minuten Spielzeit den längsten Song der Bandgeschichte. Im ersten Moment ähnelt der Anfang etwas der „Lamplight symphony“, erneut wird das Hauptthema auf dem Keyboard intoniert, im späteren Verlauf hört man dann aber deutlich die Unterschiede. „Incomudro“ ist übrigens einer der wenigen Rocksongs, die ein Schlagzeugsolo enthalten.

Kansas ist mit „Song for America“ ein früher Meilenstein des Art-Rock gelungen, der nichts von seiner früheren Magie verloren hat. Pflichtalbum für alle Freunde des Art-Rock und solche, die es werden wollen.



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