IMPERIA - The Last Horizon

Tracklist:

CD 1

  • Dream Away
  • Starlight
  • To Valhalla I Ride
  • Flower And The Sea
  • Blindfolded
  • While I Am Still Here

CD 2

  • Only A Dream
  • Where Are You Now
  • I Still Remember
  • Dancing
  • My Other Half
  • One Day
  • I Send You My Love
  • Let Down (Piano Version)

Info:

VÖ:  26.03.2021

Label: Massacre Records


Video:

Bewertung:

 

Autor:  Rainer Kerber

 

Bewertung:  8,5 / 10



Seit “Flames Of Eternity” sind keine zwei Jahre vergangen. Nun schlägt die Multi-Kulti-Truppe um Sängerin Helena Iren Michaelsen und Gitarrist Jan Yrlund wieder zu.

 

"Auf dem Album treffen viele unterschiedliche Stile aufeinander; von Goth Rock zu Metal, aber auch schöne Balladen und folkige Songs finden den Weg in eure Gehörgänge."

 

So steht es im kurzen Pressetext. Da haben die Musiker offensichtlich die konzertfreie Zeit des vergangenen Jahres genutzt, um kreativ zu arbeiten. Produziert wurde das Album von Jan Yrlund und Oliver Philipps. Den endgültige Schliff erhielt es von Jacob Hansen. Und gut, wenn man den Graphiker in seinen eigenen Reihen. So stammt das Artword erneut von Jan Yrlund (Darkgrove Design).

 

Wer sich das neue Album von Imperia anhören will, braucht viel Zeit. Knapp siebzig Minuten, verteilt auf zwei CDs. Der Auftakt-Song der ersten Scheibe heißt “Dream Away”. Der Hörer wird mit einem packenden Schlagzeug-Intro empfangen. Aber schon bald zeigt das Quartett, dass sie Meister des epischen Metals sind. Aushängeschild ist natürlich die bezaubernde Stimme von Helena Iren Michaelsen. Ihr Gesang bewegt sich vom Mezzosopran (ihrer Wohlfühlzone) bis hin zu extrem hohen, aber sauber intonierten Koloratursopran. Und sie schreckt auch vor Growls nicht zurück. Mit Folk-Elementen verfeinert ist dann “Starlight”. Hier wird Mittelalter-Rockbands vorgeführt, wie Folk und Rock/Metal eine Symbiose eingehen können. Auch “To Valhalla I Ride” startet mit einer Folk-Schlagseite, dann wird es episch, passend zur hier behandelten Wikinger-Legende. Erneut gibt es tanzbaren Folk Metal zu hören. “Flower And The Sea” kommt leicht und beschwingt daher. “Blindfolded” ist ein Wechselspiel aus epischem Midtempo Bombast und ruhigen, balladesken Teilen. Und Helena experimentiert mit ihrer Stimme. Den Abschluss der ersten CD bildet die anheimelnde Ballade “While I Am Still Here”. Und die Sängerin stellt eindeutig unter Beweis, dass sie zu den besten ihrer Zunft gehört.

 

Bei vielen anderen Bands wäre hier bereits Schluss. Imperia hingegen setzen noch einen drauf. Die zweite CD ist sogar noch achtzig Sekunden länger. Und startet mit der epischen Hymne “Only A Dream”. Auch hier sind wieder Growls zu hören, ich vermute ebenfalls von Helena. EIn geniales Gitarrensolo vom früheren Band-Mitglied John Stam rundet das Ganze ab. Bei “Where Are You Now” ist erneut das Violinenspiel von Henrik Perelló zu hören, (wie bereits schon bei “Starlight”). Dazu gibt es eine kräftige Pop-Attitüde.Aber auch das passt zu Imperia. Bei “I Still Remember” lässt Helena Iren Michaelsen erneut ihren Sopran erklingen. Auch an asiatische Folklore wagen sich die Musiker heran. “Dancing” könnte durchaus von einer Band aus Fernost stammen. Gesang und Instrumentierung klingen authentisch. ”My Other Half” ist die zweite Ballade dieses Doppelalbums. Über weite Strecken wird die Sängerin von e-Piano und Streichern begleitet. Das hymnische “One Day” und die Ballade “I Send You My Love” folgen, bevor die Piano-Version von “Let Down” (vom 2011er “Secret Passion”) den zweiten Silberling abschließt.

 

Die erste CD bietet erneut überragende Imperia Sound-Gemälde. Leider verflacht die die zweite CD nach starkem Beginn etwas. Von mir bekommt sie nur den Status einer Bonus-CD. Wie bereits beim Vorgänger wäre weniger mehr gewesen. Aber auf “The Last Horizon” dominieren trotzdem die hochkarätigen Songs deutlich. Vielleicht sollten Helena und ihre Jungs künftig nach einer Dreiviertelstunde bereits Schluss machen.


Original Review bei KEEP ON ROCKING MAGAZIN


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