HAKEN - Virus

Tracklist:

  • Prosthetic 
  • Invasion 
  • Carousel 
  • The Strain
  • Canary Yellow 
  • Messiah Complex i: Ivory Tower 
  • Messiah Complex ii: A Glutton for Punishment 
  • Messiah Complex iii: Marigold 
  • Messiah Complex iv: The Sect 
  • Messiah Complex v: Ectobius Rex 
  • Only Stars 

Info:

VÖ: 19.06.2020

Label:  InsideOut Music

Video:

Bewertung:

 Autor:  Kerbinator

Bewertung: 8/ 10 Punkte


Als die Aufnahmen zu diesem Album starteten und man „Virus“ als Albumtitel wählte, war von der Pandemie, die der Corona Virus auslösen würde noch nichts bekannt. Umso aktueller der Titel der britischen Progtruppe Haken, die mitnichten in ihrem sechsten Album diese Pandemie thematisiert. Vielmehr setzt man die Story vom 2018er Werk „Vector“ fort, der Opener „Prosthetic“ bildet quasi die Brücke zwischen den beiden Alben.

 

Im Vorfeld wurden bereits Stimmen laut, das neue Haken Album wäre zu modern geraten, im Vergleich beispielsweise zu Caligula's Horse wäre man klar im Rückschritt. Nun, modern waren Haken meiner Meinung nach schon immer. Und ich persönlich behaupte, obwohl natürlich viel mit modernen, tiefer gestimmten Gitarren gearbeitet wird, lässt man mehr Luft zur traditionellen Progmetal-Gitarre wie noch auf „Vector“.

 

Übermenschliche Gänsehaut-Melodien sucht man wie immer bei Haken vergebens. Zu vertrackt, komplex und mit vielen Widerhaken versehen sind die neuen 7 bzw. 11 Kompositionen. Dennoch finden sich auch auf „Virus“ einiges an schönen Klängen und Passagen ein, die zwar fernab von zu viel Harmonie dennoch erwärmen. Aber natürlich überwiegen die vielen Breaks von ruhig auf kakophonisch, von Einfühlsamkeit zu Chaos. Der Opener „Prosthetic“ wurde bereits vorab veröffentlicht und ist somit bekannt. Können und Ideenreichtung von Haken zeigt sich von Anfang an. Doch bereits im Refrain wird deutlich, daß man hier durchaus mehr Eingängigkeit verbreitet wie früher.

 

Das setzt sich im Verlauf selbstredend so fort. Egal ob kürzere Stücke wie „Invasion“ und „The Strain“ oder Longtracks wie das faszinierende „Carousel“ bzw. das in fünf Parts aufgeteilte „Messiah Coplex“, so etwas wie das Herzstück des Albums. Starke Progmetal Riffs von Charlie Griffiths und Rich Henshall arten mal in Frickelpassagen aus, holen einen durch coole Rhythmik gleichzeitig wieder auf den Boden zurück. Wie gesagt, viele Haken und Ösen durchsetzen die Instrumentalarbeit. Keyboards, Orgel und ab und an Piano (Diego Teijeida) begleiten meist, soliert wird selten. Klar, daß bei Haken auch diverse Elektronka wie Flippergeräusche oder spacige Klänge nicht fehlen dürfen.

 

„Canary Yellow“ ist so etwas wie die Ballade des Albums. Absolut ausgeglichen und ruhig ein eigentlicher Gegenpol zur hauptsächlichen Musik von Haken. Auch der Abschlußsong „Only Stars“ fährt in diesem ruhigen Gewässer und bildet den Atemhol-Moment nach dem komplexen „Messiah Complex“. Sänger Ross Jennings singt immer noch wie eine Mischung aus Morten Harket (A Ha) und Jon Anderson (Yes). Zumindest wenn's in hohe Bereiche der Kopfstimme geht. Eine Hauptrolle im Schaffen von Haken spielt der Gesang aber nach wie vor nicht.

 

Vielleicht war „Vector“ im Vergleich zum neuen „Virus“ im Gesamtbild etwas spannender, gerade von „Messiah Complex“ hätte mehr kommen können. Dennoch bieten Haken ihren Fans immer noch das, was sie wollen. Ob nun moderner oder nicht spielt dabei keine große Rolle. Einfallsreich, intelligent und innovativ....einfach Haken. Was will man mehr ?




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Kommentare: 1
  • #1

    Fleischer (Mittwoch, 03 Juni 2020 22:17)

    Super Review