EPITAPH - Stop Look And Listen

Tracklist:

  • Crossroads
  • Nightingale
  • Uptight
  • Fly
  • Stop Look and Listen

Info:

VÖ: 1972

Label: Polydor


Bewertung:

Autor:  David Kerber

Bewertung:  8,5 / 10



Die deutsch-englische Band Epitaph hat vor kurzem ihr Comeback gefeiert und nach vielen Jahren mal wieder ein Album rausgebracht. Zeit, um auf längst vergessene Großtaten zurückzublicken. Denn die Ende der 60er Jahre in Hannover gegründete Band um den Engländer Cliff Jackson und den deutschen Bernd Kolbe hat in ihrer Anfangszeit einige hochkarätige Alben eingespielt. So zum Beispiel ihr Zweitwerk „Stop, look and listen“ von 1972. Ein Album, das Liveauftritte mit u. A. Curved Air, Golden Earring, Emerson Lake & Palmer, Rory Gallagher oder Manfred Mann’s Earthband ermöglichte. Eigentlich Schade, dass es trotzdem nicht für die ganz große Karriere gereicht hat.

Aber nun zur Musik:

 

Der Opener „Crossroads“ startet mit luftigen Gitarren und entwickelt sich zu einem lockerflockigen Rocker mit tollen Riffs. Ein richtiger Gute-Laune-Macher. „Nightingale“ startet mit Pianoklängen und etwas später ein wenig Akustikgitarre. Eine Halbballade, die ein wenig an Wishbone Ash erinnert, garniert mit wunderschönen Melodiebögen. Zum Ende hin nimmt der Song an Fahrt auf und verlässt die Balladeske Schiene.

 

Den Abschluss der ertsen LP-Seite bildet das etwas härter gespielte „Uptight“, wobei man keinen Härtegrad à la Deep Purple oder Urih Heep erwarten sollte. Epitaph bewegen sich eher im Artrock der Marke Kansas oder eben schon erwähnter Wishbone Ash. Auf der zweiten Seite driftet man mit „Fly“ ein wenig in Space-Rocksphären ab. Sprich vermehrter Einsatz vom Mellotron, mit dem man wunderbar „spacige“ Geräusche erzeugen kann. Dazu mehrstimmiger Gesang und großartige Gitarrensoli.

 

Den Höhepunkt des Albums bildet der knapp zehnminütige Titelsong, der eigentlich schon fürs Debut vorgesehen war, dort aber letztlich doch keine Verwendung fand. Der Song ist geprägt von epischen Riffs, einer starken Gesangsleistung und einer soliden Basis aus Bass und Schlagzeug. Zusammen mit dem Opener der beste Song des Albums.

 

Noch ein Wort zum Cover: Zu sehen ist ein Stoppschild, auf dem der Albumtitel steht, mitten in der Wüste. Ob man das nun als Metapher auf den deutschen Schilderwald (nach dem Motto: die deutschen würden überall Schilder aufstellen, auch da, wo es überhaupt keinen Sinn macht) auffassen möchte, sei jedem selbst überlassen. Die Band selber hatte ursprünglich ein anderes Cover (ein Bandfoto mit besagtem Verkehrsschild in der Mitte) geplant, welches aber vom Label auf die Rückseite verbannt wurde.

 

Abschließend kann man sagen, dass das von Stan Ragel produzierte „Stop, look and listen“ kompositorisch wie spieltechnisch durchaus auf Augenhöhe mit den Alben anderer renommierter Künstler der frühen 70er ist und deshalb auch in die Sammlung eines jeden Rockliebhabers gehören sollte.

 

 



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