EAST TEMPLE AVENUE - Both Sides Of Midnight

Tracklist:

  • Mountain
  • Don’t Make Believe
  • Fool For Love
  • My Last Breath
  • Everything
  • Forever Yours
  • Fly High
  • When I’m With You
  • The End Of Me And You
  • Where Love Is 

Info:

VÖ: 27.11.2020

Label: AOR Heaven

video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7,5 / 10



Rock Musik aus Australien...da denkt man unweigerlich sofort an AC DC, Rose Tattoo oder auch Airbourne. Es gibt aber eine Vielzahl an weiteren Bands verschiedener Genres, die richtig gute Musik machen. Aber der erfolgreiche Weg aus Down Under heraus ist halt beschwerlich. Eine dieser Bands ist East Temple Avenue. Dabei ist Band vielleicht noch etwas zu viel gesagt. Der Gitarrist, Komponist und Produzent Darren Phillips moderierte vor ein paar Jahren eine Radiosendung, bei der er Kontakt zu vielen Musikern weltweit bekam. Daraus entstand die Idee einer Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg und herausgekommen ist East Temple Avenue, ein ich nenne es mal Melodic Rock / AOR Projekt, welches richtig feine Songs zustande gebracht hat.

 

Neben Darren Phillips haben noch Dennis Butabi Borg (bass), Philip Lindstrand (guitars) und Herman Furin (drums) ihre Parts in Studios in Australien, USA, sowie Schweden eingespielt, welche dann in den Skeed Studios in Sydney zusammengeführt wurden. Es fehlte noch ein Sänger. Diesen fand man mit Robbie LaBlanc, mit dem Phillips bereits vorher zusammengearbeitet hatte. Die weltweite Vernetzung macht es also heutzutage möglich, auch auf riesige Entfernungen hin, Alben zu erschaffen, die dennoch Band-Charakter offenbaren.

 

Die 10 Songs von „Both Sides Of Midnight“, so der Name des ersten Albums, strahlen dann auch eine Zeitlosigkeit aus, wie man es meist nur im melodischen Rock findet. Journey oder Magnum sind hier immer ein Thema und auch bei East Temple Avenue spielen diese Bands eine gewichtige Rolle. Aber auch „neuere“ Artgenossen wie Eclipse, Heat oder Brother Firetribe kommen einem in den Sinn. So startet „Mountain“ mit einem knackigen Hard Rock Riff und sofort zeigt Robbie LaBlanc mit melodisch rauhem Gesang, wohin die Reise gehen wird. Solch eine Stimme passt einfach perfekt zu dieser Art von Musik und behält sich trotz aller Melodik ein gewisses Maß an Rauhheit und Tiefe. Klar daß der Refrain, wie auch in Folge, immer eingängig und teils mehrstimmig interpretiert wird.

 

Das folgende „Don't Make Belive“ besitzt dann solch ein gewisses Magnum Flair, Keyboards im Background setzen ein und im Refrain agiert der Gesang auch schon mal recht hoch. Piano ist immer mal wieder gern gesehener Gast im AOR/Melodic Rock. So auch bei „Fool For Love“, das langsamer beginnt, mit wuchtigen Drums immer flotter wird und sogar am Ende Screams loslässt.

 

Der Rest der Songs liegt irgendwo dazwischen. Alles verbleibt hochmelodisch und eingängig. Die Refrains gehen sofort ins Ohr, ohne dabei auch nur annähernd kitschig zu wirken. Mal gibt’s ein paar Backing Chöre zu hören („Forever Yours“), mal sind die Jungs richtig schnell unterwegs („When I'm With You“). Gepflegte Rockmusik, die den gesteckten Rahmen so gut wie nie verlässt.

 

Zum Ende bringen East Temple Avenue dann die fast schon erwarteten ruhigeren Momente. Zum einen die Halb-Ballade „The End Of Me And You“, mit wunderbarem Gesang und tollem Gitarrensolo. Zum Anderen die reinrassige Ballade „Where Love Is“, hauptsächlich mit Akustik-Gitarre und Gesang zelebriert. Vielleicht ist das dem ein oder anderen zu viel „Love“, aber wie gesagt, kitschig ist's nie.

 

Die Zielgruppe ist angesprochen und darf im Prinzip bedenkenlos bei East Temple Avenue zuschlagen. Man hat weit auseinanderlebend gute Songs ausgearbeitet, denen man diese Einschränkungen überhaupt nicht anmerkt. Einfach schöne, zeitlose Rockmusik, die sehr erwachsen wirkt. Wie halt bei AOR üblich. Mal seh'n, was da noch kommt von den Jungs.  

 



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