DIFFERENT LIGHT- Binary Suns (Part 1)

Tracklist:

  • Amphibians
  • Faith
  • Spectres And Permanent Apparitions
  • The Answer
  • Two Faces
  • On The Borderline

Info:

VÖ:  17.01.2020

Label:  Progressive Gears Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10



Different Light haben sich bereits 1994 gegründet. Irgendwie scheint die Band aber wohl an mir vorbeigegangen zu sein. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß Different Light sehr ruhigen, fast schon zärtlichen Progrock spielen. Ich nenne solche Musik auch gerne mal Piano-Prog, denn dies ist das vorherrschende Instrument, zumindest auf dem neuen Album Binary Suns (Part 1).

 

Ursprunglich stammen Different Light aus Malta, werden mittlerweile allerdings als Band aus Prag/Tschechien geführt. Man hat bereits einige Touren hinter sich, u. a. mit Fish, also durchaus Erfahrungen auf dem Buckel. Die progressiven Klänge von Different Light haben dann auch einiges von NeoProg der 90er Jahre a'la Pendragon oder Clepsydra, allerdings in einer...ja...light Version.

 

Hauptschaffender bei Different Light ist demnach Tastenmann und zugleich Sänger Trevor Tabone. Die Musik wird absolut immer durch Piano in verschiedenster Form und manch flächige Synthies vorangetrieben. Immer ausgeglichen, immer harmonisch. Gesanglich liegt Trevor irgendwo zwischen Kevin Cronin (REO Speedwagon) und Russell Hitchcock (Air Supply). Ganz leicht schimmert auch mal ein Nick Barrett (Pendragon) durch, aber wirklich nur marginal. Der Rest der Band ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk und wenn Gitarrist Petr Lux eingreift, dann in hochmelodischen, elegischen Gitarrenpassagen. Diese sind aber recht kurz gehalten, es regieren die Tasten.

 

Die sechs Songs auf Binary Suns (Part 1) zeugen nicht von Dramatik oder Spannung. Dennoch kann man den Tschechen eine übermelodische Schönheit attestieren, die vor Wärme und Zärtlichkeiten nur so strotzt. Mittelpunkt des Albums ist das über 21-minütige „Spectres And Permanent Apparitions“. Eine Nummer, die mit einer Vielfalt an Pianoeinsätzen glänzt und trotz der nie aufkommenden Spannung komischerweise auch über diese Mammutlänge nicht langweilt. Man kann sich halt wunderbar entspannt berieseln lassen von den liebevollen, herzerwärmenden Klängen.

 

Ab und an blitzen wirklich mal NeoProg Synthies auf, aber solche, die ein Clive Nolan mit dem kleinen Fußzeh spielen würde. Also auch mehr schmückendes Beiwerk als virtuoses Solieren. Die kürzeren Songs wie „The Answer“ oder „Faith“ sind dann noch die etwas flotteren, mit leichter AOR Schlagseite. Der Rest geht in die Longtrack Ebene und bietet viel...Klavierharmonie.

 

„Binary Suns (Part 1)“ scheint dem Titel nach nicht als Einzelplatte ausgelegt zu sein. Da wird noch was kommen. Interessant wird sein, wie sich der zweite Teil dann so musikalisch gestaltet. Different Light ist für Leute gedacht, die ihren Prog etwas seichter, piano-orientierter mögen. Manches erinnert leicht an Saga, Pink Floyd oder Pendragon bzw. Jadis. Aber nur an deren ruhige Momente. Musik für die positiven Seiten des Lebens und für schöne, wohlfühlende Stunden. Ein wenig mehr Dynamik darf's aber ruhig sein.



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