VÖ: 16.01.2026
Label: El Puerto Records
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8,5 / 10
Ja, wir Franken haben’s drauf. Tolle Biere, tolle Weine und auch tolle Bands. Zu letzteren zählen auch Dieversity aus Würzburg, die nach „Age Of Ignorance“ von 2021 nun endlich den Nachfolger präsentieren. Und da es sich dabei um das vierte Werk handelt, nennt man es einfach mal „IV“. Neu dabei ist Basser Max Sommerlad und Keyboarder Chris Walther ist anscheinend weggefallen. Waren die Vorgängeralben tiefer in (schwedischen) MeloDeath verwurzelt, so klingt „IV“ nun einen gehörigen Tacken moderner, ohne die Wurzeln gänzlich zu vernachlässigen.
Für den Wechsel von Gebrüll und melodischem Gesang sorgt wieder Robin Mattner, der bereits auf „Age Of Ignorance“ das Mikro schwang. Somit und auch mit Hilfe der Riffgewalt von Daniel Heß, sowie Olav Langner findet man schon noch einige Parallelen zu früher, die Songs haben nun aber auffallend einen Schub Richtung Metalcore, Modern Metal erhalten. Architects, Wage War und Monuments werden nun als Querverweise anstelle von In Flames etc. genannt und ja, kann man so sehen.
Nach düsterem Intro „IV“ geht’s in die Vollen mit „Piece Of Mind“ und verdeutlicht sofort, mit welcher Wucht Dieversity anno 2026 unterwegs sind. Neben dem aggressiven Gesang ist es die auffallend dichte Gitarrenwand, welche die Songs massiv vorantreibt, immer wieder unterbrochen von melodischen Einschüben. Bis hin zu progressiven Spuren, die sich in Tracks wie „Trees Of Yesterday“ oder „Gears Of Society“ auch mal tummeln können. Hier werden zur Untermalung durchaus weiterhin Synthies und Keys bzw. Soundeffekte genutzt, die auch ohne festen Keyboarder nach wie vor dem musikalischen Schaffen der Würzburger dienen. Härter, technischer, progressiver…so spricht das Plattenlabel und auch dieses Statement kann man durchaus unterstreichen.
Dieversity werden mit „IV“ ihrem bisherigen Ruf als innovative, brachial wie melodische Metalband erneut äußerst gerecht, gewinnen eventuell durch die nun modernere Ausrichtung neue Fans hinzu, könnten natürlich dadurch auch old-school Metaller ein wenig mehr vergraulen. Die Zielgruppe ist fein abgesteckt und diese darf sich über ein echtes Modern Metal Highlight mit Core-Spuren, viel Melodik und ein wenig Progressivität freuen. Dieversity…der Name ist eben Programm und das die Jungs aus Franken stammen ist persönlich für mich ein weiterer Pluspunkt.
