CRYSTALLION - Heads Or Tails

Tracklist:

  • Heads or Tails
  • Knights and Heroes
  • Living on a Lie
  • Save me
  • I’m on Fire
  • The Sleeping Emperor
  • Ready for the Sin
  • The King is Rising
  • Under the Spell
  • The Wild Hunt
  • Thunderclouds 

Info:

VÖ:  19.02.2021

Label:  Pride & Joy Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7 / 10



ilsSkeptisch war ich, als ich die Promo von „Heads Or Tails“, dem fünften Album von Crystallion bekam. Die Band war mir immer als Symphonic Metal Band im Gedächtnis, in der Art, wie es mittlerweile viele (und auch viele verzichtbare) gibt. Doch das Infoblatt hat mich dann doch überzeugt, näher auf dieses Album einzugehen...und siehe da, mit dem Symphonic Metal von früher haben Crystallion anno 2021 nichts mehr zu tun.

 

Eher hat man sich endgültig dem schneidigen (Power)Heavy Metal zugewandt und liegt nun mehr im Fahrwasser von Bands wie (neueren) Helloween, Serious Black oder auch Doro. Letzteres schon alleine, weil Crystallion jetzt mit Kristina Berchtold ein echte Frauen-Powerstimme in den Reihen haben. Der ursrprüngliche Sänger Thomas Strübler hatte sich entschieden, die Band zu verlassen. Krstina klingt auch ein wenig nach Doro, was an sich schon ein kleines Ausrufezeichen ist.

 

Das mit viel Keys und Synthies versehene Intro „Heads Or Tails“ lässt zuerst doch Zweifel aufkommen, ob Crystallion wirklich ihre Marschrichtung geändert haben. Doch bereits das flotte „Knights And Heroes“ belehrt uns eines Besseren. Melodischer Heavy Metal mit ordentlich Punch auf Martin Herzinger's Drums treibt ordentlich voran. Die Stimme von Kristina punktet sofort und lässt erst gar keinen Verdacht aufkommen, es hier mit einen dieser vielen Trällerelsen zu tun zu haben. Auch Neu-Gitarrist Werner Hießl scheint ein Gewinn zu sein. Denn seine Riffs und Soli können was und beleben qualitativ den Crystallion-Sound.

 

„Living On A Lie“ ist danach sogar ein wahrer Speed Metal-Kracher, der zwar keine Melodien leugnet, aber in ordentlicher Schußabfahrt über die Ziellinie läuft. Immer wenn Crystallion mehr in Richtung melodischer Power Metal zielen, flachen die Songs allerdings etwas ab. Der Sound ändert sich von erdig stabil mehr in glatt produziert, was den Songs ein wenig die Seele nimmt. So sind Tracks wie „The Wild Hunt“, „Under The Spell“ und vor allem das balladeske „The Sleeping Emperor“ im Prinzip austauschbar, auch wenn sie technisch gut gespielt sind.

 

Somit ist „Heads Or Tails“ ein ordentliches Metal Album, das immer dann seine Stärken zeigt, wenn es flott und mit erdigen Riffs zur Sache geht. Kristina Berchtold ist am Mikro auf jeden Fall ein echter Gewinn und das Album wurde vom Serious Black Umfeld, Mario Lochert (Engineering und Mix) sowie Jan Vacik (Dreamsound Studios / Mastering) zielführend in Zusammenarbeit mit der Band produziert.

 

Ich würde es begrüßen, wenn sich Crystallion noch mehr von der Melodic Power Metal Schiene hin zum klassischen Heavy Metal bewegen würden. Die Songs, die nach Warlock oder älteren Doro Sachen klingen sind auf „Heads Or Tails“ definitiv die stärksten.




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