CHAIN REAKTOR - Homesick

Tracklist:

  • The Day That Never Came
  • Lonely City
  • Enjoy Your Life
  • The Lying King
  • Homesick
  • Stop Yelling
  • A Thousand Diamonds

Info:

VÖ:  04.06.2021

Label: Freia Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7,5 / 10



Die Familie Laan ist zumindest in den Niederlanden nicht unbekannt in Sachen progressiver Rockmusik. Die Brüder Arjan und Bart kennt man von Skylake, Vater Erik von Silhouette. Ob die Pandemie nun daran „Schuld“ ist, daß man unter dem Namen Chain Reaktor gemeinsam ein Album aufgenommen hat, weiß ich nicht. Nachzuvollziehen wäre es, vor allem wenn man das Werk dann auch noch „Homesick“ nennt.

 

Natürlich wird auch bei Chain Reaktor moderner, melodischer (Neo)Progrock geboten, der auch die gewisse Theatralik, vor allem im Gesang, der eigentlichen Haupbands der Familie beinhaltet. Den Gesang haben sich Bart und Erik Laan geteilt, ansonsten spielt jeder genau die Instrumente, wie sonst auch. Die Songs auf „Homesick“ sind teils ellenlang. Das Eröffnungsstück „The Day That Never Came“ sogar gleich über 10 Minuten.

 

Das Album beginnt mit Vogelgezwitscher und bongo-ähnlichen Percussions, bevor flächige Keyboards und Ah-ah-ah-Chöre übernehmen. Der recht hohe Gesang verbleibt immer melodisch, wie gesagt, mit einem Schuß Theatralik. Schöne Melodien und himmlische Chöre verbreiten Wohlfühlen, Suzan van den Engel steuert hier die Backing Vocals bei. Etliche Breaks durchwandern diesen Longtrack mit vielen Keyboard-u. Piano Momenten, mal im Zusammenspiel mit Gitarre, mal solierend. Viel Atmosphäre entsteht und auch etwaige Flötenklänge von Bart Laan gibt’s zu hören. Ein recht stimmiger Auftakt.

 

Prinzipiell hat man mit diesem langen Stück zu Beginn aber beinahe auch schon alles gesagt, worum es bei Chain Reaktor geht. Denn in Folge ähnelt sich die musikalische Umsetzung der Lyrics, die sich vornehmlich um Personen drehen, die in schimmernder Einsamkeit auf urbanes Leben treffen, doch sehr. Zwar gibt’s immer wieder mal rockige Gitarrenpassagen wie bei „Lonely City“ oder „The Lying King“, meist verbleibt man aber in ruhigerer Atmosphäre.

 

Diese wird aber regelmäßig beispielsweise durch elegische Violinen-Momente oder Saxophon aufgelockert („Homesick“, „A Thousand Diamonds“). Am Sax gibt sich Martin Streckfuss die Ehre. Dem zweiten, sehr lange Stück „Stop Yelling“ (über 9 Minuten) haben die Niederländer dann auch mal Stakkato Rhythmen spendiert, die mit kurzen Computerklängen kurzzeitig für Verfremdung sorgen. Dagegen hält man Akustik-Gitarre und entspannten Gesang, sowie Orgel und feinste Gitarrensoli.

 

Alles in allem ist „Homesick“ ein weiteres Beispiel für bewährten Prog der Niederlande, den man von Bands wie eben Skylake oder Silhouette, aber auch Timelock oder mit Abstrichen Kayak her kennt. Viel Harmonie, viel Melodie, entrücktere Momente sind da eher selten. Musikalisch sind die Laan Familienmitglieder natürlich over the top, aber auch die Gastmusiker, allen voran der groovige Basser Mark op ten Berg, reihen sich hier nahtlos ein. Es fehlt so etwas der absolute Übertrack auf dem Album, dennoch für Fans modernen (Neo)Prog absolut empfehlenswert.  



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