CALIGULA'S HORSE - Rise Radiant

Tracklist:

  • The Tempest
  • Slow Violence
  • Salt
  • Resonate
  • Oceanrise 
  • Valkyrie 
  • Autumn 
  • The Ascent 

Info:

VÖ:  22.05.2020

Label: InsideOut Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



Anspruchsvoller, teils komplizierter und verschachtelter Progmetal ist das Steckenpferd der Australier Caligula's Horse. Vier Alben hat's seit 2011 bisher gegeben und wenn man dem Infoblatt glauben darf, ist „Rise Radiant“, das neue Werk, ihr bisher anspruchsvollstes, härtestes aber auch eingängigstes Schaffen.

 

Dabei wurde die Band von Kapellen wir Opeth, Steely Dan oder King Crimson beeinflusst. Tatsächlich bewegen sich die Aussies aber mit „Rise Radiant“ in der komplexen Welt einer Band wie Haken, die auf die Flower Kings treffen. Bombastisch mit Gitarren und Keys geht’s los. „The Tempest“ sorgt gleich für Tempo, die Nummer kommt sperrig aber nicht zu kompliziert. Eine gewissse Grundeingängigkeit beherbergt die Musik von Caligula's Horse jederzeit. Der Gesang von Jim Grey agiert von typisch prog-melodisch zu hoher Kopfstimme, welche die Kompositionen durchaus auch mit einem leichten Yes-Touch versieht.

 

Im Jahr 2020 lassen Caligula's Horse allerdings auch vermehrt moderne Töne zu. Die Prog-Riffs beispielsweise von „Slow Violence“ klingen fast wie Alternative Metal mit heruntergestimmten Saiten, welche auf abgehackte Rhythmen treffen. Im Solo-Bereich der Gitarristen Sam Vallen und Adrian Goleby wird’s dabei äußerst „frickelig“ und komplex. Mit Piano durchsetzt lässt „Salt“ mit drumintensivem und brachialem Part die Wände erst wackeln, bevor ruhiger Gesang einsetzt, der in Folge immer intensiver wird. Auch hier kleinere Ähnlichkeiten zu Yes. Ein Break beruhigt das Ganze wieder mit viel Kopfstimme und einem melodischen Gitarrensolo. Zum Ende hin wird’s dann erneut bombastisch, so daß sich der Song-Kreis schließt.

 

Nach dem sehr ruhigen und recht kurzen „Resonate“ folgen schwer verdauliche, disharmonische Klänge bei „Oceanrise“. Eines der sperrigsten Stücke, allerdings auch mit fantastischem Gitarrensolo. Wiede sehr auf modern getrimmt wurde „Valkyrie“ mit abgehackten Rhythmen, wirbeligen Gitarrenläufen und starken Gesangslinien. Momenten des Bombasts steht ein Flüster-Part mit Keys und Drums gegenüber.

 

Einen leicht herbstlichen Blues erhält man zu Beginn von „Autumn“ durch Akustik-Gitarre und balladesken Gesang. Die Nummer wirkt reichlich entspannt, „himmlische“ Oh-Oh-Oh Chöre paaren sich mit einem starken, melodischen Gitarrensolo. Vielleicht der besinnlichste Moment auf „Rise Radiant“. Dagegen steht der abschließende, fast 11-minütige Longtrack „The Ascent“ mit einer natürlich gehobenen Komplexität. Entspannte Gesangsparts treffen auf zerrissene Rhythmen, schnelle Drums auf melodische Gitarrenthemen, ein Frickel-Solo auf Akustik-Gitarrenpart. Kurzum , ein fordernder, aber auch beeindruckender Track, den man ohne Wenn und Aber zur gehobenen Klasse des komplexen Progmetals zählen kann.

 

„Rise Radiant“ lässt Caligula's Horse in vielen Momenten moderner wirken als bisher. Die Grundausrichtung ist dennoch die gleiche. Trotzdem hat man heute mehr von Bands wie Haken und Tesseract als von eingängigeren Progmetal Bands. Einfacher konsumierbar, aber dennoch äußerst komplex und anspruchsvoll.  



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