BLEEDING EYES - Golgotha

Tracklist:

  • In Principio
  • Le Chiavi Del Pozzo
  • 1418
  • Del Pozzo Dell'Abisso
  • Confesso
  • La Verita
  • Inferno

Info:

VÖ:  31.07.2020

Label:  Go Down Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10



Die psychedelischen Sludge Schwergewichte Bleeding Eyes aus Italien werden just mit ihrem sechsten Album „Golgotha“ vorstellig. Sieben neue, finstere Kompositionen lässt der Fünfer auf die Menschheit los....verstörend, mächtig, intensiv. Das düstere Albumcover verheißt schon keine Fröhlichkeit und von dieser ist auch bei Bleeding Eyes von je her keine Spur.

 

So starten die Sludge Metaller mit dem 12-minütigen Koloss „In Principio“ ins Geschehen ein. Wenn man die Lyrics deutet, dann im Prinzip in italienischer Sprache. Es beginnt reichlich verstörend. Klänge, die sich wie Hilferufe anmuten gehen über in tiefe Sludge Rhythmen und hypnotischen Sprechgesang. Im Verlaufe wird das Geschehen schneller mit heftigen Kreisch-Vocals von Simone Tesser. Eine heftigst atmosphärische Nummer, welche dich verwirrt, verstört oder aber fesselt.

 

Sprachfetzen, ein alles plattwalzender Soundwall begrüssen einen bei „Le Chiavi Del Pozzo“. Die Nummer steigert sich gefährlich und ändert sich in sirenenartige Soundspielereien. Typisch fuzzige Gitarrenläufe der Gitarristen Jason Nealy und Nicola Anselmi verweisen auf die gebrüllten Lyrics bei „1418“. Nach kurzer Zeit wird die Nummer zunehmend schleppender. Ein erneut verstörendes, mit tiefem Höllen-Bass aufkeimendes Instrumental („Del Pozzo Dell'Abisso“) hinterlässt mysteriöse Spuren.

 

Ein wahres Sludge Highlight folgt mit „Confesso“. 8 Minuten abwechslungsreicher Finsternis trümmern auf den Hörer ein. Dabei beginnt's mit Akustik Gitarre langsam, Erzählervocals unterhalten und Melodien betören. Doch es wird immer intensiver, Simone kreischt sich die Lunge aus dem Hals, die Rhythmen hauen schwer in den Magen. Zum Ende wird’s dann wieder ruhiger.

 

Richtiggehend hypnotisch wird’s bei „La Verita“, Dunkle Akkorde, Spoken Words von Gitarre begleitet und verklärte Melodien lassen einen nicht so schnell los. Wieder erhält der Song verwirrende Merkmale. Kann aber durch ein melodisches Gitarrensolo beruhigen. Knallhart mit erneut fuzzigen Gitarren, kratzigen Basslinien und Gebrüll findet das Ende mit „Inferno“ statt. Eine Nummer, die mit heftigen Screams ihrem Namen alle Ehre macht bis hin zum brummigen Abschluß.

 

„Golgotha“ und somit Bleeding Eyes sind weit weg von Kommerz und Schönheit. Psychedelische Phasen und schwerste Sludge Eruptionen hinterlassen ihre Spuren und fordern dem Hörer viel Energie ab. Was dem einen vielleicht zu viel des Guten an Intensität bedeutet, kann dem anderen vielleicht nicht verstörend und düster genug sein. Ein Album für Sludge Fans der derberen Art und der Hinweis, eventuell vorher erst einmal reinzuhören. Für die breite Masse sind Bleeding Eyes definitiv nicht.  



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