Act 1
Act 2
VÖ: 24.10.2025
Label: BraveWords Records
Autor: Rainer Kerber
Bewertung: 8 / 10
Die US-Amerikanische Hard Rock Band Bangalore Choir wurde 1991 vom früheren Accept-Sänger David Reece sowie den Gitarristen Curt Mitchell und John Kirk (beide ex-Razor Maid) gegründet. Letztes verbliebenes Gründungs-Mitglied ist der Sänger. 1992 erschien das Debüt-Album „On Target“. Der mangelnde Erfolg des Albums führte seinerzeit wohl zur Auflösung der Band. Nach einer achtzehnjärigen Auszeit erfolgte 2010 die Reunion, u.a. mit dem zweiten Album „Cadence“. Zwischen „Metaphor“ (2012) und „Center Mass“ (2023) lagen wiederum elf Jahre, obwohl sich die Band offiziell wohl nicht aufgelöst hatte. „Rapid Fire Succession: On Target Part II“ ist somit das fünfte Album. Der Album-Titel spielt an auf des bereits genannte Debüt-Album. Und das Cover des aktuellen Albums ist mindestens genauso kitschig. Wie auch immer, hören wir doch einfach mal rein.
Sechszehn Songs und mehr als eine Stunde Spielzeit. Kann man sich da wirklich jeden einzelnen Titel intensiv anhören? Also gut, fangen wir an mit dem Eröffnungssong „How Does It Feel“. Eingängiger Hard Rock mit guter Gitarren-Arbeit. Der Refrain kratzt verdammt stark am Mainstream. „Driver’s Seat“ hat nichts zu tun mit dem Sniff ’n‘ the Tears Song aus dem Jahr 1978. Auch hier hören wir gefällig klingenden Hard Rock. Das groovige „Love And War“ gefällt mir dann wesentlich besser. Dank des mitreißenden Rhythmus, starkem Gitarren-Solo und einer außergewöhnlichen gesanglichen Leistung. Das ist typischer 80er Jahre Rock’n’Roll. „I Never Meant To“ ist eine schöne Ballade. Das Gitarren-Spiel lässt ein wenig Country-Feeling aufkommen. Hier kann der Sänger seine gesanglichen Qualitäten voll einbringen. Bei „I’m Headed For“ lassen die Musiker es so richtig krachen.
Aber auch die ruhigen Gesangs-Passagen können beeindrucken. Einer meiner Favoriten auf dem Album. Auch „Bullet Train“ gehört zu den schnelleren und stark gitarren-lastigen Stücken. „Swimming With The Shark“ wirkt dann wieder äußerst kommerziell. Eine Aufforderung an Rock Radio Stationen, diesen Song in ihre Play-Listen aufzunehmen. Mit „The Light“ folgt die nächste Ballade. In einer ähnlichen Spielweise wie zuvor bereits „I Never Meant To“. Tief verwurzelt im amerikanischen Country Rock. Nach dem Kracher „Prisoner“ und dem groovigen „The Beauty“ folgt mit „Sail On“ die nächste Empfehlung für Classic Rock Sparten Kanäle, dank starker Hook Lines, eingängigem Refrain und kommerziell angelegter Melodiebögen. Mit „Trouble With The Truth“, „Still The Same“, „Blinded By Fire In The Sky“ und „Rock Of Ages“ geht es rockig dem Ende entgegen. Und das hat es noch einmal in sich. Die Ballade „Mending Fences“ ist ein weiteres Highlight des Albums und scheint so gar nicht zu den anderen Songs zu passen. Aber genau macht die Qualität dieses Songs aus und sorgt für Abwechslung. Minimalistisch instrumentiert und von Streicher-Teppichen unterlegt, hören wir wohl die beste gesangliche Leistung des Meisters auf diesem Album.
Auf „Rapid Fire Succession: On Target Part II“ scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Zeitlos schöner melodischer Rock im Stil der achtziger Jahre. Natürlich steht die Stimme von David Reece ganz klar im Vordergrund. Aber diese wäre nichts Wert ohne die instrumentale Begleitung durch hervorragende Musiker. Das bereits erwähnte Cover Art Work sorgt dann jedoch „Abzüge in der B-Note“.
Review ebenfalls erschienen bei KEEP ON ROCKING MAGAZIN

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