AVATAR - Hunter Gatherer

Tracklist:

 

  • Silence in the Age of Apes
  • Colossu
  • A Secret Door
  • God of Sick Dreams
  • Scream Until You Wake
  • Child
  • Justice
  • Gun
  • When All But Force Has Failed
  • Wormhole 

Info:

VÖ:  07.08.2020

Label: Century Media


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10



Mit ihrem siebten Album „Hunter Gatherer“ gehen die Schweden etwas weg von ihrem augenzwinkernden, teils klamaukartigen Schaffen, welches mit der Königsgeschichte im „Avatar Country“ 2018 seinen Höhepunkt nahm. Die Geschichte ist erzählt, die dazugehörige Konzept-Tour gespielt und gar ein cineastisches Produkt entstanden. Jetzt geht man eher „normal“ an das neue Album ran und thematisiert die rasante Geschwindigkeit, mit der die ahnungslose Gesellschaft in eine immer ungewissere Zukunft schlittert.

 

Natürlich polarisieren Avatar, die allen voran durch Sänger Johannes Eckerström mit Maskerade aufwartet, nach wie vor die Hörerschaft. Für manche ist es eben nur Klamauk, für andere genial. Die Wahrheit liegt auch bei „Hunter Gatherer“ irgendwo in der Mitte. Musikalisch liegt man noch eine Spur mehr im Modern Metal und bringt einiges mehr an Melodic Death Metal mit ein, als noch beim Vorgänger. Manches klingt ähnlich neuerer In Flames, dann wieder mit tiefen Gitarren-Powerchords mehr nach amerikanischem Metalcore.

 

„Silence in the Age of Apes“ und das knallharte „Colossus“ zeigen gleich auf, das Avatar härter zu Werke gehen, wie zuletzt. Dennoch bremst man die durch gebrüllte Vocals ausgestrahlte Deathmetal-Kultur immer wieder mit cleanem Gesang aus. Auch die Gitarrenrhythmen und (wenigen) Soli der beiden Gitarristen Jonas Jarlsby und Tim Öhrström liegen zwischen tiefergestimmten Powerchords und abgehackten, zerpflückten Saitenanschlägen. Sehr modern getrimmt, aber dennoch mit viel Aggressivität.

 

Teils wirkt der Sound auf „Hunter Gatherer“ richtiggehend crazy. Verrückte Noten begleiten uns zum Beispiel beim abgedrehten Abschluß-Song „Wormhole“. Auch „Child“ ist alles andere als kindisch, sondern brutal offen mit Metalcore-lastiger Inbrunst. Dagegen steht die bitterböse Balladengeschichte bei „Gun“. Ein Knabe, der eine Knarre geschenkt bekommt....tja, mehr muß man nicht dazu sagen. Irgendwie plätschert die Nummer aber, trotz kurzer Gänsehautmomente im Gesang etwas dahin.

 

Avatar loten auf „Hunter Gatherer“ mehr Grenzen aus, als zuvor. Hatte „Avatar Country“ noch den Charme des witzig Ungewöhnlichen, stellt das neue Album mehr Härte und Power an die Seite. Man könnte beinahe sagen, Avatar gehen mehr zu den deathmetal-lastigeren Anfangstagen zurück. Schlecht ist's nicht. Aber der Aha-Effekt des Vorgängers fehlt etwas. Trotzdem für Genre-Fans empfehlbar.  



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