ARTILLERY - Fear Of Tomorrow

Tracklist:

  • Time Has Come
  • The Almighty
  • Show Your Hate
  • King, Thy Name Is Slayer
  • Out Of The Sky
  • Into The Universe
  • The Eternal War
  • Fear Of Tomorrow
  • Deeds Of Darkness

Info:

1985 (original) / 22.02.2019 (Re-Release)

Label:  Neat Records (original) / Dissonance Productions (Re-Release)


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 /10



Auch wenn beispielsweise Alben wie Metallica's „Kill em All“ oder Slayer's „Show No Mercy“ knapp zwei Jahre vorher am Start waren, darf man das Debut der Dänen Artillery, „Fear of Tomorrow“, aus dem Jahre 1985 keinesfalls vergessen, wenn man von den historischen Klassikern im Thrash Metal spricht. Das Album erfährt nun eine verdiente Wiederveröffentlichung uns sollte auch von jüngeren Generationen unbedingt Gehör finden, damit man weiß, wie der heutige Thrash damals überhaupt zustande kam.

 

Denn die dänische Speed-Thrash Truppe um die Gründungsmitglieder Michael und Morten Stützer, sowie Drummer Carsten Nielsen, die auch heute noch bei Artillery aktiv sind, legte mit „Fear of Tomorrow“ eine harschen, biestigen Meilenstein vor, der in keiner wirklich relevanten Sammlung fehlen darf. Das Album enthält fast ausschließlich Nackenbrecher wie den Opener „Time Has Come“, „Show Your Hate“ oder das Titelstück. Songnamen, die das Programm vorgeben. In rasend schneller Geschwindigkeit holzten Michael Stützer und Jörgen Sandau mit ihren Gitarren ein fettes Thrash-Riff nach dem anderen ein, bei den Soli merkt man allerdings noch die Ungestümheit der Jungs, die mehr als einmal in heftiges „Geschrubbe“ ausarten. Mit Flemming Rönsdorf hatte man einen Sänger an Bord, der erst kurz vor der Albumaufnahme zur Band stieß und Ur-Sänger Carsten Lohmann ablöste.

 

Der fulminante Gesang von Flemming Rönsdorf wurde mit viel Nachhall unterlegt, so daß die Screams und Shouts äußert druckvoll rüberkommen. Auch die anderen Bandmitglieder pflegten immer wieder den ein oder anderen Shout ein, was dazu führt, daß man beim Hören beispielsweise unter Kopfhörern das ein oder andere Mal richtig erschrickt. Genauso wie bei den mehrfach eingestreuten Gimmicks wie Sperrfeuer oder Gewehrfeuer-Explosionen. Die Geschwindigkeit der Songs wird permanent hoch gehalten, weshalb damals auch viele Leute eher von Speed Metal denn Thrash sprachen. Langsamere Passagen, die durchaus auch mal an Doom erinnern, findet man lediglich partiell in Songs wie „King, thy name is Slayer“, „The Eternal War“ und am Anfang vom finsteren „Deeds of Darkness“.

 

„Fear of Tomorrow“ ist trotz Eigenproduktion mit gutem Sound versehen, natürlich noch mit dem Charme der 80er Jahre und der Aufmüpfigkeit jungblutiger Musiker. Den kompromisslosen Speed-Thrash, den Artillery zu dieser Zeit spielten, findet man heute im Sound der Band nicht mehr. Seit langer Zeit geht es bei den Dänen, trotz aller Härte eher gemäßigter zu. Daher seien Fans der Band, welche nur die Alben der 200er Jahre kennen, vor diesem heftigen Knaller gewarnt. In der Geschichte des zumindest europäischen Thrash Metal ist „Fear of Tomorrow“ unverzichtbar.  



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