Interview mit Raphael Sill von



 

RCF:  Hi Raphael, vielen Dank daß Du Dir Zeit nimmst für ein paar Fragen von uns.  Zuallerst muss natürlich die Entstehungsgeschichte von Böllverk angefragt werden. Bitte bring uns diese mal näher... 

 

Raphael: Hi Erich, nichts zu danken.

Zahn, Markus und ich haben uns im Mai 2018 zusammengefunden. Da wir alle, schon seit Jahren, befreundet sind und somit jeder die Vorlieben des anderen kennt. War die musikalische Ausrichtung auch gleich gegeben. Hard Rock! Heavy Metal! So konnten wir uns sofort auf die ersten Ideen, die Zahn und ich über die Jahre gesammelt hatten, stürzen. Nachdem die ersten Stücke grob standen, musste noch ein Bassist her. Auch hier haben wir unseren Freundeskreis durchforstet und sind auf Sense gestoßen. Der war, nachdem er die ersten Probeaufnahmen gehört hatte, sofort dabei.  

 

RCF:  Wo fanden denn diese Probeaufnahmen statt ? Hattet ihr da bereits einen Proberaum oder wie muß man sich das vorstellen ?

 

Raphael:  Genau, ab Mai 2018 haben wir unseren Proberaum bezogen. Davor hatte ich mich mal mit Zahn zusammengesetzt, um erste Ideen auszutauschen. Aber richtig ernst wurde es erst ab Mai. Da war dann auch Markus mit dabei. Die Probeaufnahmen müssten so im August entstanden sein. Let`s Ride Till Dawn war da z.B. mit dabei. Im September ist dann Sense dazu gestoßen. Aus dem Proberaum sind wir mittlerweile rausgeschmissen worden. Waren wohl zu laut. Hahaha :). Momentan proben wir bei mir im Keller.

 

RCF:  Und herausgekommen sind dann letztendlich vier Songs für die Debut EP "Let's Ride Till Dawn". Man könnte Euren Stil als old school Heavy Metal härterer Gangart mit Einflüssen aus Tradition, Speed und gar Doom bezeichnen. Würdest Du das unterstreichen, oder wo kommen Eure Einflüsse prinzipiell her ?

 

Raphael:   Ja, das trifft es ziemlich genau. Wie man es dann genau nennt, muss jeder selber wissen. Da gibt es ja tausend Bezeichnungen mittlerweile^^

Die Einflüsse sind recht unspektakulär, denn diese hat wohl jeder im härteren Segment. Judas Priest, Black Sabbath, Motörhead. Für mich persönlich war es immer ein Traum, die Tradition von Bands wie Judas Priest, Saxon oder Accept fortzuführen. Diese perfekte Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal, die diese Bands in den 80er Jahren kreiert haben, ist einfach genial.

Und die von dir angesprochenen Stile....für mich gehört das alles zum Heavy Metal dazu! Die Abwechslung ist doch das geile daran. Es ist doch total öde, wenn jedes Lied gleich klingt. Die Spanne wird bei uns eher noch größer werden. Mal etwas rockiger, mal mehr Richtung Speed/Thrash Metal. Gehört alles dazu.  

 RCF:  Wer hatte die Idee mit dem Bandnamen ? Und das "ö" statt "o" im Bandnamen lässt ja Rückschlüsse auf Motörhead zu.  Wie kam's zu dem Namen ?

 

Raphael:  Die Idee hatte ich. Der Name kommt aus der nordischen Mythologie. Odin nannte sich einst Bolverk, als er verkleidet auf der Erde unterwegs war. Bolverk heißt so viel wie Unruhestifter. Das fand ich als Bandname sehr passend. Wir haben es dann auf Böllverk geändert, einfach weil wir es so cooler fanden :)

Es hat also nichts mit Motörhead zu tun. Das "ö" ist wirklich ein "ö". ;)  

 

RCF:  Mit nordischer Mythologie habt ihr aber ansonsten nichts am Hut, oder ? Zumindest nicht, wenn ich mir die vier Songs von "Let's Ride Till Dawn" anhöre....

 

Raphael:  Nein, nicht wirklich. Ich interessiere mich zwar dafür, aber für Böllverk ist da momentan nichts geplant. 

 

RCF:  Ihr hättet ja dieses Jahr beim Spessart Rock gespielt, was ja leider aus Gründen von Corvid 19 abgesagt werden musste. Mir sind nur die vier Songs eurer ersten EP bekannt. Wie hätte Euer Programm denn ausgesehen ? Was hättet Ihr neben diesen Songs noch so gespielt ?

 

Raphael:  Ja, sehr schade. Wir hätten wirklich gerne da gespielt.

Wir haben natürlich mehr als vier Songs ;) Letztes Jahr hatten wir ja auch schon Auftritte. Die waren länger als 20 Minuten. Hahaha. Wir spielen aber nur eigene Lieder, keine Cover Songs.

Für die EP haben wir letztes Jahr, die vier Songs ausgewählt, die uns am besten gefallen.

Außerdem sind wir schon in der Planung, für unser erstes Album. Da sind die ersten Songs schon geschrieben, die werden unser Liveprogramm weiter auffüllen.  

 

RCF:  Dann kommen wir jetzt auch mal zum Wichtigsten. Der EP "Let's Ride Till Dawn". Wonach habt ihr die Songs für die EP ausgewählt, wenn ihr demnach bereits mehr Songs in petto habt ?  Und wie lief der Aufnahmeprozess bei  Euch ab ?

 

Raphael:   Wie schon erwähnt, haben wir die Songs ausgewählt, die uns am besten gefallen. You Are The Devil ist mit seinem Eröffnungsriff wie gemacht dafür, der Opener zu sein. Geht cool ab und ist somit ein guter Einstieg. Alle 4 Songs haben wir bei unseren Auftritten schon gespielt. Da wurde Let`s Ride Till Dawn des öfteren löblich erwähnt und sogar mit Ohrwurmqualitäten bescheinigt. Der musste also mit rein. Als ich mit den Riffs von Love Kills Slowly zur Probe kam und sie das erste Mal vorspielte, war jeden sofort klar was er zu tun hatte. Markus hatte einen passenden Text parat und gleich diesen schleppenden Beat vorgelegt. Zahns Gesangslinie hat auch sofort gesessen. Alles kam ganz natürlich zusammen, deshalb mussten wir ihn natürlich auch aufnehmen. Someday We Will Die ist der allgemeine Bandliebling. Nicht umsonst hatten wir ihn auch zuvor auf Youtube veröffentlicht.

Aufgenommen haben wir bei unseren Freund Björn Weidauer in Rück.

Für die meisten von uns war es der erste Aufnahmeprozess. Dem entsprechend war es ziemlich aufregend. Zum Glück waren wir aber sehr gut vorbereitet, da legte sich die anfängliche Nervosität schnell.

Die Basics (also Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarren) wurden alle Live eingespielt. Ohne Klick. Komplett Oldschool also. Die Gitarren wurden Stereo aufgenommen. Zahn ist rechts zu hören und ich links. Gesang und Leadgitarren kamen dann noch oben drauf.

Es lief alles sehr gut. So haben wir alles in ca 24 Stunden aufgenommen. Ich bin mit dem Sound auch sehr zufrieden. Da er auch ohne viel Effekte daher kommt. Somit ist er auch unseren Live Sound sehr nahe.

Bei manchen Sachen wäre es sicherlich besser gewesen, sich etwas mehr Zeit zu nehmen. Es gibt auch einige Dinge, die wir beim nächsten mal auf jeden Fall anders machen werden. Generell gibt es natürlich noch Luft nach oben. Trotzdem sind wir sehr zufrieden mit der EP  

 

RCF:  Bei "Love Kills Slowly" nehmt ihr deutlich Tempo zurück. Ich hatte den Song beinahe schon dem Doom veortet. Kam das einfach so aus dem Bauch heraus, oder habt ihr bewußt eine etwas schleppendere Nummer gewollt ?

 

Raphael:  Der Song hat schon etwas doomiges an sich. Das kam ganz spontan. Markus hatte sofort diesen schleppenden Beat parat. Nachdem ich die Idee vorgespielt hatte. Den fanden wir alle total geil! Durch die Rhythmuswechsel bringt er viel Dynamik in die recht monotonen Riffs. Das passt super. 

 

 

RCF:  Nun, monotone Riffs...so weit würde ich nicht gehen. Aber generell sind die Gitarrenriffs und Rhythmen recht einfach gehalten, ohne irgendwelchen Firlefanz. Ich würden das "auf den Punkt kommend" nennen. Das ist aber auch eher Euer Ding, oder ?

 

Raphael: Das monotone war nur für "Love Kills Slowly" bezogen. Da ist es ja auch mit Absicht so gemacht.

Ein gutes Riff brauch kein Firlefanz. Natürlich gibt es genug geile Riffs die auch technisch kompliziert zu spielen sind, aber genau so viele oder vielleicht sogar mehr die einfach gehalten sind. Schau dir nur die ganzen berühmten Riffs an. Breaking The Law, Highway to Hell, usw. Jeder Gitarrenanfänger kann sie nachspielen. Trotzdem sind sie sehr geil und effektiv. Auf den Punkt gebracht, wie du so schön gesagt hast. Natürlich will ich unsere Riffs nicht auf die selbe Ebene stellen.

Aber das ist unser Ziel. Wenn das Riff ertönt soll jeder wissen, um was für ein Song es sich haltet und am besten gleich die Luftgitarre rausholen!

Es wird auch Songs geben, die aufwendiger gestaltet sind. Aber das wird auf jeden Fall immer ein Teil von Böllverk bleiben.

 

RCF: Wenn Du das so sagst, klingt es als hättet ihr bereits neue Songs in petto. Womit können wir demnächst rechnen ?

 

Raphael: Wir sind permanent am Songwriting. So bald einer eine gute Idee hat wird diese ausgecheckt.

Neue Songs sind also genügend da, ja.

Wir planen Ende diesen Jahres/Anfang nächsten Jahres wieder ins Studio zu gehen, um unser erstes Album aufzunehmen. Das soll dann im Frühjahr 2021 veröffentlicht werden.

Davor kann es auch noch die ein oder andere Überraschung geben. ;)

Momentan hat man ja viel Zeit zum planen. Es wird sich zeigen wie und wann genau das dann alles umsetzbar ist.

 

RCF: Stefanie Mader hat ein hübsches Artwork für "Let's Ride Till Dawn" verfasst. Wie seid ihr an sie gekommen und plant ihr, sie eventuell für weitere Arbeiten zu verpflichten ?

 

Raphael: Die Steffi ist eine sehr gute Freundin von mir und auch Tattoowiererin. Ich habe auch einige Tattoos bei ihr machen lassen. Ihre Arbeit hat mich immer wieder aufs neue begeistert, da war es naheliegend sie auch für das Cover Artwork zu fragen.

Wir sind auch sehr zufrieden, mir dem Artwork. Deshalb wird das nächste auch von ihr kommen.

 

RCF: Wie sieht's bei euch mit Kontakt zu anderen Bands und Musikern aus dem Umkreis Aschaffenburg's aus. Verfolgt ihr die Szene und trifft man euch öfters auch auf regionalen Konzerten ?

 

Raphael: Die Szene ist ja recht übersichtlich, da kriegt man das schon mit, was hier so passiert. Interessiert uns natürlich auch.

Wir sind alle leidenschaftliche Konzertgänger, natürlich sind da auch Konzerte hier in der Gegend dabei. Da trifft man automatisch seine Musikerkollegen. Tauscht sich aus, wann der nächste Gig ansteht, usw. Da hat die recht kleine Szene vielleicht schon wieder ein Vorteil. Ein gewisser Zusammenhalt ist da. Man unterstützt sich gegenseitig.

 

RCF: Ok, dann kommen wir jetzt mal zum Ende. Was können wir in naher Zukunft von Böllverk erwarten und habt ihr noch eine besonder Message für die Leute da draussen ?

 

Raphael: Vielen Dank, an alle die uns unterstützen!

Für alle die uns noch nicht kennen, hört mal in die EP rein. Ihr werdet es nicht bereuen! ;)

Wir hoffen, dass wir bald wieder zusammen "Live" rocken können!

  

  

 

Interview:  Kerbinator


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