THIRD WAVE - How To Live Or Let Die

Tracklist:

  • Insane
  • Outburst
  • Falling Down
  • Tempest
  • Keep Me Blind
  • Lies
  • One Last Goodbye
  • Break Your Wall
  • Longing For Sanity

Info:

VÖ: 23.02.2017

Label:  Eigenvertrieb

Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10



Na ja, viel Informationen gibt es ja nicht zu sammeln über Third Wave. Lediglich, daß man sich wohl 2013 gegründet hat und auf Frankfurt/Main stammt ist der Facebook-Seite der Band zu entnehmen. Obwohl man eine eigene Website betreibt, gibt es dort aber auch keine weiteren Infos. Außer, daß man Modern Metal spielt. Ok, das kann man so stehen lassen. Denn das Debut-Album „How To Live Or Let Die“ beherbergt diesen Stil und etwaige Metalcore-Spuren.

Wenn man sich die auch nicht gerade zahlreich gesäten Fotos der Truppe anschaut, hat man es demnach auch noch mit recht jungen Musikern zu tun. Also keine Spätzünder, sondern frisches Blut. Das merkt man der Musik des Fünfers auch an, denn die Band klingt unverbraucht, aber dennoch überraschend selbstbewusst. Allerdings starten Third Wave mit „Insane“ und „Outburst“ noch zu sehr auf Nummer sicher ins Album. Die Band wagt es hier noch nicht, aus den im modernen Metal geforderten Schienen auszubrechen. Stakkato Rhythmen, der typische Weschselgesang aus Metalcore-Growls und Cleangesang, sowie die tiefergestimmten Saiten könnten beim erstmaligen Hören so etwas wie „von der Stange“ suggerieren. Gerade „Outburst“ mit dem schnellen Gebrüll und Gesangswechseln, sowie etwaigen an Metallica erinnernden Rhythmen und teils melodischen Einschüben klingt irgenwie nach tausendfach gehört.  

 

Doch mit „Falling Down“ traut man sich dann mehr zu. Tribal Passagen, groovige Gitarren, teils krächziger, teils recht hoher Gesang plus ein tolles, halb-melodisches Gitarrensolo zeugen vom doch vorhandenen Einfallsreichtum der Band. Selbst das etwas komische Gesangs-Duett gegen  Ende beweist nun mehr Wagnis im Sound. Nun Blut geleckt fährt man mit „Tempest“ fort. Langsamer, dunkler Beginn mit Gitarre und einfühlsamen Gesang von Adrian Meuser, der das richtig gut hinbekommt. Klar, es wird rasch härter mit Growls, doch ein ruhiger Akustik-Part streut erneut mehr Abwechslung in die Nummer.  

 

Und das Gespür für gute Melodien gewinnt so langsam die Oberhand. „Keep Me Blind“ findet ausser den gewöhnlichen Modern Metal Rhythmen und Gebrüll Zeit für melodischen Refrain und eingängige Gitarrenlinien. Third Wave scheinen jetzt ihren Stil gefunden zu haben, auch wenn dabei „Lies“ zu uninspiriert mit überwiegendem Cleangesang rüberkommt. Doch mit „One Last Goodbye“ macht die Band dort weiter, wo man ab Song Nummer drei übernommen hat, inklusive melodischer Bridge und ruhigen Parts.  

 

Disharmonie erzeugen die Hessen bei „Break Your Wall“ bevor zum Abschluß mit „Longing For Sanity“ der über 10-minütige (!!) Höhepunkt ertönt. Da fängts mit Piano an, steigert sich zum Midtempo-Groover, beinhaltet sogar elegische Passagen und Keyboards und bricht dennoch auf zum Speedmetal Part. Doch daß Melodische überwiegt und gipfelt in einer tollen acoustic-melodic Passage. Ein Song, der auf gute Weise zeigt, was die Jungs so draufhaben und welch songwriterische Fähigkeiten vorhanden sind.

 

Third Wave sind jung, sicherlich auch enthusiastisch und auch wenn man den Albumeinstieg meiner Meinung nach etwas versemmelt, da zu eintönig und uneigenständig, ändert sich dies schlagartig und man spendiert der Musik mehr Seele und eigene Trademarks. Das man keine Angst vor Melodien hat beweisen Third Wave mehrfach und diese Ausrichtung steht dem Sound der Band gut zu Gesicht. Also, nehmt euch die Zeit, für komplette Durchläufe von „How To Live And Let Die“ und bewertet nicht gleich nach den ersten beiden Songs. Natürlich ist die Grundausrichtung moderner Schule und auch der Gesang hat nicht unbedingt den größten Wiedererkennungswert, aber dennoch darf man der Band gute Arbeit attestieren und führt man den ab dem dritten Song eingeschlagenen Weg fort, sollte man in Zukunft noch Positives von den Frankfurtern erwarten dürfen. Mit etwas Abstrichen ein gelungener Eintand.



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