STARFISH64 - The Crimson Cabinet

Tracklist:

  • In The Lobby
  • Spindrift
  • Lost & Found
  • Future Perfect Tense
  • Mr. O'Brayne
  • The Crimson Cabinet
  • The Future In Reverse
  • Nowhere Bound (Aimless Mix)

Info:

VÖ:  19.10.2020

Label:  Eigenvertrieb


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8,5 / 10



Starfish64 sind aus Giessen mit ihrem sogenannten Dream-Prog  zurück. Nach dem tollen 2018er Album „The Future In Reverse“ bringt Mastermind Dieter Hoffmann mit seinen Mitmusikern „The Crimson Cabinet“ heraus. Songs über 10 Minuten gibt’s diesmal nicht, aber dennoch drei Songs, die an der Marke kratzen. Musikalisch ist das neue Album ähnlich gestaltet wie der Vorgänger, genauso interessant, wunderbar melodisch und toll arrangiert. Der Gesang von Dieter Hoffmann ist meiner Meinung nach sogar noch um einiges charismatischer als noch beim letzten Album.

 

Dabei startet der „purpurne Wandschrank“ mit einminütigem Intro und verbreitet damit reichlich diffuse Klänge. Doch gleich mit dem ersten, richtigen Song „Spindrift“ ist das Starfish64-Gefühl zurück. Gediegener Start, verspielte Keyboards und der faszinierende Gesang von Dieter, auch im mehrstimmigen Bereich, verwöhnen sofort die Ohren. Auch diesmal gibt’s Programming im Background, was aber nicht weiter stört. Wunderbare Melodien, eingestreute Akustik-Gitarrenmomente (Gast: Jan Thiede), kurze Spoken Words Passage und himmlische Klänge beweisen Anspruch und verheißen die nötige Spannung für den Zuhörer.

 

Melancholischer Gesang und leichte World Music Klänge dämpfen etwas die fröhliche Stimmung bei „Lost & Found“. Hier wird besonders das eingangs erwähnte „neue“ Charisma in Dieter Hoffmann's Stimme deutlich. Schöne Keyboardmelodien lassen den Song intensiver werden bis hin zu einem elegischen Gitarrensolo. „Future Perfect Tense“ löst sich etwas von der aufgebauten Spannung mit swingenden Rhythmen, gediegenen Gesangslinien und leicht poppigen Anleihen im Refrain. Ergänzt wird das Stück mittels Chorgesang und einem legeren Solo.

 

Bei „Mr. O'Brayne“ wechseln sich melodische Gitarrenmomente mit etwas „komisch“ klingenden Saitenzupfereien ab. Eher erzählerischer Gesang verdeutlicht, daß wir es im  „Crimson Cabinet“ mit einer Geschichte zu tun haben, deren Inhalt mir aber nicht bekannt ist. Eventuell kann man diese ja im Booklet nachlesen und/oder bei Dieter Hoffmann erfragen. Auf jeden Fall folgt mit dem über 8-minütigen Titeltrack ein sphärischer Einstieg. Feinste Melodien und fast zärtlicher Gesang verzaubern erst, bevor auch dieser Song dynamischer wird und in einem fantastischen Refrain gipfelt. Weitere elegische Gitarrenthemen und Piano hebeln das Stück am Ende aus.

 

Ganz ähnlich gestaltet sich auch „The Future In Reverse“, wobei Starfish64 den Bogen zum Vorgängeralbum spannen. Ruhiger Gesang, Piano, etwas an Eloy erinnernde Keyboards und umwerfend schöne Gesangs- u. Gitarrenmomente lassen das Artrock Herz höher schlagen. Die Faszination der Band für Pink Floyd scheint greifbar. Mit „Nowhere Bound (Aimless Mix“ klingt das Album mit Moll-Pianoklängen und Gesang aus. Nochmals ein entspannter Moment zum Schluß.

 

Starfish64 lassen mit „The Crimson Cabinet“ ein mindestens ebenso tolles Album wie „The Future In Reverse“ folgen. Neben Dieter Hoffmann merkt man in jedem Detail, welch gute Musiker dieses Album eingespielt haben. Drummer Henrik Kropp, Basser Martin Pownall (sogar verantwortlich für Lyrics und Musik bei „Mr. O'Brayne“), Gitarrist Dominik Suhl, sowie einige Gastmusiker harmonieren überdurchschnittlich gut und die Songs sind noch einen Tacken ausgereifter arrangiert als beim letzten Album. Ganz große Artrock-/Prog Kunst, die aufgrund der meist entspannten Atmosphäre durchaus wieder als Dream-Prog bezeichnet werden darf.  



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