RYO OKUMOTO - The Myth Of The Mostrophus


Tracklist:

  • Mirror Mirror
  • Turning Point
  • The Watchmaker (Time On His Side)
  • Maximum Velocity
  • Chrysalis
  • The Myth Of The Mostrophus


Info:

VÖ: 29.07.2022

Label: InsideOut Music


Video:


Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



20 Jahre nach seinem letzten Soloalbum („Coming Through“ 2002) wird es für Spock’s Beard Keyboarder Ryo Okumoto Zeit für ein neues. „The Myth Of The Mostrophus“ nennt sich das nun fünfte Werk des Japaners und er bezeichnet die Zusammenkunft verschiedenster Musiker süffisant als Ryo’s Beard. Kein Wunder, tummeln sich auf dem neuen Album doch einige ehemalige, sowie aktuelle Bandmitglieder von Spock's Beard. Das Album ist dann auch gar nicht so weit weg vom Sound seiner Hauptband. Aber auch die Teilnahme an Prog.Ject hat seine Spuren hinterlassen. So konnte beispielweise Saga’s Michael Sadler für einige Gesangsdarbietungen gewonnen werden.

 

Bei der immensen Anzahl an Musikern ist es extrem schwer zu deuten, wer jetzt welchen Part eingespielt hat. Gut, den Gesang von Ted Leonard kennt man. Und man kann auch erahnen, wo Nick D’Virgilio (drums), Al Morse (guitars), Dave Meros (bass) und Steve Hackett (guitars) ihre musikalische Kunst dargeboten haben. Klar, auch Michael Sadler erkennt man natürlich deutlich. Bei weiteren illustren Leuten wie Jimmy Keegan, Mike Keneally, Randy McStine, Marc Bonila und vielen anderen wird’s dagegen schwieriger.

 

Konzentrieren wir uns also auf die Songs. Hier gibt es sechs Stück an der Zahl, alle mit stattlicher Spielzeit, wobei der abschließende Titeltrack „The Myth Of The Mostrophus“ mit über 22 Minuten den Vogel abschießt. Fast zehn Minuten dauert bereits der Opener „Mirror Mirror“, der einer Star Trek Folge entlehnt wurde, bei der Mr. Spock einen Bart trug. Ein feinfühliger Witz des Herrn Okumoto also. Der Song beginnt spacig, enthält einen atmosphärischen Refrain und wechselt zwischen Spock’s Beard ähnlichen Keyboard/Orgel Spielereien und wunderbaren Gitarrenmelodien hin und her. Abgehackte Rhythmen und ein intensives Ende belegen den progressiven Anspruch, den Ryo Okumoto auch bei seinem Soloalbum jederzeit an den Tag legt.

 

„Turning Point“ beginnt mit einem Gitarren/Orgel-Duett. Frickelige Saitenakrobatik und Synthiemelodien können nicht verhindern, daß ein gewisser Saga-Vibe aufkommt. Hier singt nämlich eben jener Michael Sadler und die markante Stimme prägt halt immer den jeweiligen Song. Ziemlich jazzig-proggig läuft die Nummer zum Ende hin fast schon sessionmäßig aus. Stampfende Rhythmen und zu Beginn ein wenig an Rush erinnert das folgende „The Watchmaker (Time On His Side)“. Ein Hardrock-Riff mit Drums eröffnet den Song, wirbelige Keyboardsoli gehen teils Richtung Yes. Der Song ist der härteste des Albums, bedingt durch die hart rockenden Gitarrenpassagen.

 

„Chrysalis“ nimmt dann Härte und Dramatik raus. Piano und Flötenklänge beruhigen erst einmal und auch die Akustik Gitarrenmomente erinnern etwas an die wunderschönen Passagen eines Neal Morse-Songs. Eine tolle Ballade, wenn man so will mit feinem, höchst harmonischem Refrain. Diese Beruhigung war notwendig um auszuruhen, denn zum Abschluß folgt der bereits angesprochene Mammut-Titeltrack.

 

Dieser liefert in Form eines Theaterstücks ein Feuerwerk musikalischer Kunst. Nach dramatischem Start mit Piano geht es über in funkige Gefilde, wechselt danach von entspannten Momenten wieder in’s Dramatische. Streicher tauchen im Backfield auf, fröhliche Country-Klänge und Oh-Oh-Oh-Chöre fehlen ebenfalls nicht und zum Schluß zieht dieses Opus nochmals alle Register, wenn Ryo Okumoto das Ganze zu einem Potpourri aus dem bisher Gehörten verwebt. Ob man sich diesen Song öfters anhört, sei dahingestellt. Ist er doch arg fordernd und halt….ja, lang.

 

 

Auf jeden Fall ist das neue Soloalbum von Ryo Okumoto ein richtig starkes Progrock-Album geworden, das viel Spock's Beard-Flair beinhaltet, aber auch mit eigenen Ideen den geneigten Hörer bei Stange hält. Ryo’s Beard eben. Auch aufgrund der vielen begnadeten Gastmusiker ein wunderbares Tondokument. Ach ja, die Anspielung des Coverartworks auf die japanischen Godzilla-Trash-Verfilmungen ist absolut kultig zu nennen. 




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