REBELLION - We Are The People

Tracklist:

  • Voices Of War
  • Risorgimento (Tear Down The Walls)
  • Liberté, Égalité, Fraternité
  • Sweet Dreams
  • Vaterland
  • Verdun
  • Ashes To Light
  • Gods Of War
  • Shoa (It Could Have Been Me)
  • World War II
  • All In Ruins
  • We Are The People

Info:

VÖ: 23.07.2021

Label: Massacre Records


Video:

Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



Es werden wieder die Szenepolizisten auf den Plan gerufen, welche die Band Rebellion lediglich als Plagiat von Grave Digger abtun. Ob man das bei Album Nummer 9, „We Are The People“ noch tun muß...glaub ich eher weniger. Klar, die stilistische Nähe zu Grave Digger ist sowohl gesanglich als auch musikalisch immer noch stark ausgeprägt. Immerhin haben wir es bei Bassist Thomas Göttlich, der bei Rebellion die Fäden zieht, ja auch mit einem ehemaligen Bandmitglied zu tun, der in den 90ern erheblich an Klassikeralben der Reaper beteiligt war. Und, in Zeiten, wo jede Band, die stark nach Iron Maiden oder Judas Priest klingt, abgefeiert wird, sollte man mit Plagiatsvorwürfen eher vorsichtig sein.

 

Thematisch haben sich Rebellion nach diversen Wikinger-Themen und Shakespeare diesmal an ein Konzept über Kriege gewagt, vornehmlich der Zeit von der Französischen Revolution bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Brisantes Material, von Thomas Göttlich penibel recherchiert und im ein oder anderen Song eventuell auch polarisierend, wenn man sich nicht in die Tiefe der Lyrics begibt. Dem düsteren Intro („Voices Of War“) folgen gleich zwei typische Rebellion Smasher in Form von „Risorgimento (Tear Down The Walls“) und „Liberte, Egalite, Fraternite“. Letzterer mit einem eindringlichen Power-Refrain, der sich in die Gehirnwindungen fräst.

 

Die beiden Gitarristen Fabrizio Constantino und Martin Giemza, beide neu im Line Up, sorgen für amtliches Riffing, welches in meinen Ohren um einiges heavier ausgefallen ist, als auf den vorherigen Alben. Auch Neu-Drummer Sven Tost und natürlich Göttlich selbst legen ein fulminantes Fundament für schweren, druckvollen Teutonen-Stahl.

 

Selbstverständlich hat Sänger Michael Seifert seinen „Boltendahl“-Charme nicht verloren und lässt die Lyrics meist knallhart rauh und intensiv auf die Hörerschaft los. Bei „Vaterland“, was auf der deutschen Nationalhymne fußt, werden englische und deutsche Lyrics vermischt. Eine eindrucksvolle, aber eben wahrscheinlich auch polarisierende Nummer. Desweiteren halten Marschrhythmen und kriegerisches Geplänkel beim starken „Verdun“ Einzug.

 

Bei „Gods Of War“ und dem dystopischen „All In Ruins“ wird das Tempo, daß in der Regel auf dem Album recht hoch gehalten wird, nach unten geschraubt. Fast schon doomig kommen diese dunklen Stücke aus den Boxen, auch der Gesang passt sich da in der Tiefe an. Bedrohlich und dennoch äußerst heavy offenbaren sich viele spannende Momente, welche das gute Songwriting- Können eines Thomas Göttlich zeigen.

 

Bei „World War II“ hat dann Uwe Lulis (Accept) sämtliche Rhythmus-Gitarren eingespielt und nebenbei auch noch das Album vorzüglich produziert, gemixt und gematert. Das Gitarrensolo auf diesem Track, hat unsere Lokalmatadorin Simone Wenzel übernommen. Der Song ist, dem Titel entsprechend, ein sehr hefitger, der großartig die Saiten kreisen lässt.

 

Doch Rebellion geben uns auch Hoffnung an die Hand. Beim Abschluß-u. Titeltrack „We Are The People“ geht trotz der geschichtlich düsteren Vergangenheit die Hoffnung auf ein geeintes Europa einher. Ein ausdrucksstarkes Stück, und man weiß nun auch, warum man diesen Albumtitel bei aller Kriegsthematik gewählt hat.

 

Das neue Album ist Rebellion durch und durch. Vielleicht von der Ausrichtung ein wenig härter geraten, aber dennoch mit hohem Powermetal-Anteil und Melodien. Und da die Grave Digger Alben der letzten Jahre doch mehr oder weniger schwächeln, können Rebellion mehr denn je in deren Bresche springen. „We Are The People“ ist ein emotional düsteres Werk, das schon in der Vorbereitung viel Mühe bereitet hat. Umso schöner, daß dadurch kein überambitioniertes Album herausgekommen ist, sondern viel klassische Rebellion bietet. Allen Unkenrufen zum Trotz...ein starkes Statement.  

 




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