POLTERGEIST - Feather Of Truth

Tracklist:

  • Time At Hand
  • Saturday Night's Alright For Rockin' Feather Of Truth
  • The Attention Trap
  • Phantom Army
  • The Godz Of The Seven Rays
  • The Culling
  • Megalomaniac
  • Ambush
  • Thin Blue Line
  • Unholy Presence (Bonus)
  • Notion (Bonus)

Info:

VÖ:  03.07.2020

Label:  Massacre Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



Die Grenzen zwischen reinem Heavy Metal und Thrash verschwimmen heutzutage oft. Gerade bei Bands, die schon länger unterwegs sind. Dies liegt oft an der Routine und immer besser werdendem Können der einzelnen Musiker, die sich dann irgendwann zutrauen, auch melodischere Parts in ihren Songs mit einzubauen. Das Songwriting wird besser und auch der Sound nimmt klarere Formen an.

 

So auch bei den Schweizern Poltergeist, die Ende der 80er/Anfang der 90er drei Alben herausgebracht haben und erst 2016 mit einem neuen Werk („Back To Haunt“) zurück kamen. Jetzt geht die Geschichte der Band mit „Feather Of Truth“ weiter und man zementiert sich damit nachhaltig in der Szene. Die Basis von Poltergeist ist natürlich immer noch im Thrash Metal angesiedelt, aber gerade im Bereich der Gitarrensoli ist eine Annäherung an gemäßigtere, melodischere Klänge spürbar.

 

Von der Ur-Besetzung sind noch Vokalist Andre Grieder und Gitarrist und Songschreiber V.Ö. Pulver übrig. Pulver, der auch beispielsweise die letzte Destruction Scheibe produziert, mittlerweile auch diverse Nebenspielwiesen hat (Gurd, Pulver) und auch ein gern gesehener Gastmusiker auf diversen Alben anderer Bands ist, hat auch auf „Feather Of Truth“ die Regler bedient und einen amtlichen Sound zurechtgezimmert, der es mit jeder internationalen Produktion mindestens aufnehmen kann.

 

Mit Chasper Wanner ist seit dem letzten Album auch ein zweiter Gitarrist an Bord und mit Ralf Winzer Garcia (Bass) und Reto Crola (Drums) hat sich zudem eine gute Rhythmus Truppe eingefunden. Das Album startet mit „Time At Hand“ in Form eines reinrassigen Speed-Thrashers, mit Shout Refrain und aggressiven Riffs. Der etwas gepresste Gesang von Andre Grieder besitzt leichte Parallelen zu Blitz Ellsworth, wodurch man Ähnlichkeiten zu Overkill attestieren kann. Das folgende „Saturday Night's Allright For Rockin'“ hat natürlich gar nichts mit Elton John zu tun, sondern setzt die flotte Gangart des Openers fort, durch den Refrain ein wenig hymnenhafter.

Beim Titeltrack setzen dann die angesprochenen melodischen Parts ein, die dem Thrash-Geschehen etwas die Aggressivität nehmen. Bei „Phantom Army“, das durch ein „Enter Sandman“-Riff leichte Metallica Luft atmet, lassen sich durchaus auch Einflüsse des US Metals, respektive Metal Church ausmachen.

 

So setzt sich das Album fort mit heftigen Thrash Attacken („Megalomaniac“) und gemäßigteren Songs, die etwas die Fahrt herausnehmen („Thin Blue Line“). Alles sehr kompetent gespielt, sauber und glasklar im Sound und durch den etwas quengeligen Gesang mit hoher, eigener Note versehen.

 

Können nach der pandemiebedingten Pause die Bandaktiviäten auch live wieder ansteigen, könnten Poltergeist durch das qualitativ starke neue Album durchaus in eine Erfolgsspur gleiten, die sie vorher so nicht kannten. Bleibt die Hoffnung, daß dies nicht mehr allzu lange andauert. „Feather Of Truth“ lässt nicht viel Wünsche offen. Stark !!

 




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