LAUGHING STOCK - Zero Acts 1 & 2

Tracklist:

  • Welcome
  • When Darkness Comes
  • Nighttime
  • Imaginary Friend
  • School
  • Child
  • Leave Me Alone
  • My Love Pt. 1
  • My Love Pt. 2
  • Last Supper 
  • Zero
  • Curtain Falls

Info:

VÖ: 19.03.2021

Label: Apollon Records Prog


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Die Norweger Laughing Stock sind fleißige Musiker. Nachdem im Juli letzten Jahres erschienen „The Island“ sind sie schon wieder mit einem neuen Konzeptalbum am Start. Dieses ist sogar auf zwei Veröffentlichungen mit insgesamt vier Parts ausgelegt. Das erste heißt „Zero Acts 1 & 2“ und Teil drei und vier folgen dann irgendwann.

Es handelt sich in der Story dabei um einen Jungen namens Zero, der mit seiner gestressten Mutter zusammenlebt und sich aufgrund negativer Erfahrungen in der Schule in die soziale Isolation und in die Welt der Computerspiele begibt. Dies ersten beiden Akte sind dabei in 12 Songs oder Parts, wie man möchte, unterteilt.

 

Musikalisch hat sich bei Laughing Stock nichts geändert. Sehr ruhiger, ausgeglichener Progrock beherrscht die Stücke, dramatische oder härtere Ausbrüche bleiben selten. Der Opener „Welcome“ beginnt langsam, atmosphärisch mit ruhigem Gesang (wobei man immer noch nicht weiß, wer wann singt, denn mit Havard Enge, Jan Mikael Sörensen und Jan Erik Kirkevold Nilsen teilt man sich die Vocals auf). Die düstere Melancholie des Vorgängeralbums hat man sich partiell bewahrt. Die Story lädt dazu ja auch ein. „When Darkness Comes“ berührt mit einfühlsamem Gesang, traurigen Melodien und einem elegischen Gitarrensolo.

 

Die Songs strahlen allesamt eine gewisse Wärme aus, teilweise wird man dabei durch das Gitarrenspiel und die Tasteninstrumente an gemäßigtere Pink Floyd erinnert. Nicht immer bleibt es bei eingängiger Ruhe, „Nighttime“ beinhaltet beispielsweise auch einen etwas verstörenden Part. Etwas flotter gehen Laughing Stock bei „School“ zu Werke. Keyboards und Gitarren versprühen gar fröhliche Momente. Dagegen wird’s beim darauf folgenden „Child“ extrem ruhig mit Piano und leicht symphonischem Background.

 

Immer wieder spielen Laughing Stock mit den Gefühlen des Hörers. Moll-Piano und Flüstergesang wie bei „My Love Pt. 1“, zudem ein David Gilmour-ähnlicher Gesang bringt das Gehörte erneut etwas in Pink Floyd Nähe. „My Love Pt. 2“ nimmt dann Fahrt auf und wird richtig groovig, aber auch durch dunkle Klänge wieder melancholisch.

In dieser Art und Weise verläuft auch der Rest von „Zero Acts 1 & 2“. Ruhig und bescheiden mit Akustik Gitarre, aber auch mehrstimmigem Gesang und viel Atmosphäre („Curtain Falls“) oder anspruchsvoll dramatisch wie bei „Leave Me Alone“, mit ruhigen und härteren Passagen und zudem mit weiblichem Gesang (Samantha Preis in der Rolle der Mutter), bei dem auch Flötenklänge folkige Zutaten liefern.

 

Ambitioniert lassen Laughing Stock den Auftakt zum Vierteiler „Zero“ mit den ersten beiden Parts gelingen. Ruhiger Prog herrscht nach wie vor, die kürzlich erlangten düsteren Elemente ebenso. Ein Album, das nicht unbedingt dramatisch oder unglaublich spannend wäre. Aber mit unglaublicher Wärme ausstrahlend und mit einfühlsamen Weisen und Geschichten prima unterhält. Zwar etwas mehr zum Zurücklehnen und Zuhören, härtere Ausbrüche braucht man nicht zu erwarten. Man kann davon ausgehen, daß auch die Teile 3 & 4 in dieser Form weitergehen. Warten wir's ab. 



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