KENZINER - Phoenix

Tracklist:

  • Eye Of Horus
  • Listen To The Devil
  • Shadow Of The Moon
  • Tears Of Destiny
  • The Mirror
  • Osiris Rising
  • Curse Of The Pharaoh
  • To Hell And Back
  • Phoenix Rising
  • The Miracle 

Info:

VÖ: 26.06.2020

Label: Pure Steel Records

Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10



Der Name Kenziner ist mir bereits seit Ende der 90er Jahre ein Begriff. Deren Alben tauchten damals im Empire Magazin per Review auf. Da dieses Magazin ein reines Prog-Heft war und ist, kann man davon ausgehen, daß Kenziner im Bereich des Prog Metals unterwegs waren. Denn was diese Finnen anno 2020 spielen, ist im Prinzip Power Metal mit einer leichten Prog-Seite. Sei's drum, ich kenne die bisherigen drei Alben nicht und daher werde ich das neue Werk „Phoenix“ auch nicht damit vergleichen.

 

Kenziner sind das Baby von Gitarrist Jari Keskinen, der mit ausgetauschtem Personal noch von der Anfangszeit übrig ist. Als Sänger fungiert mittlerweile Peter „Zinny“ Zalesky und ist meiner Meinung nach der Pluspunkt dieser Formation. Denn durch seinen Gesang speziell, aber auch natürlich durch die Musik insgesamt, reiht sich der Sound von Kenziner ein wenig im düsteren Power Metal der Marke Tad Morose zu „Undead“-Zeiten ein. Dazu passt auch die lyrische Ausrichtung von „Phoenix“, die etliche arabische Themen verarbeitet, allen voran Osiris und Horus.

 

Zumindest die erste Hälte des Albums behält diese Marschrichtung bei. Der Opener „Eye Of Horus“ und das folgende „Listen To The Devil“ entwickeln sich zu schnellen (Prog) Power Songs, die mit flitzigen Riffs von Jari Keskinen nach vorne treiben. Bei „Shadow Of The Moon“ wird’s gar noch kraftvoller und man präsentiert sich als instrumental ausgereift und qualitativ hochwertig. Ein wenig erinnert der Song gar an die Kanadier Eidolon, die ähnlichen schnellen Power Metal mit Prog-Einschüben spielten (oder spielen ?).

 

Leider halten Kenziner dieses Niveau nicht über die gesamte Strecke. Mit „The Mirror“ oder „Curse Of The Pharao“, sowie „Phoenix Rising“ hat man auch ein paar Nummern im Gepäck, die mehr dem eingängigen, melodischen Power Metal zugerechnet werden müssen. Die Keyboards (Ariel Perchuk) stehen hierbei mehr im Vordergrund, klimpern und solieren durch die Tracks und auch der Gesang ist klarer und melodiebetonter. Das nimmt ein wenig das Salz aus der Suppe und bringt den Hörer etwas auf den Boden zurück. Die abschließende Ballade „The Miracle“ ist gar völlig verzichtbar, auch wenn sie keinem wehtut.

 

Da hält man sich lieber an weitere tolle Stücke wie „Osiris Rising“ mit kurzen arabisch klingenden Gitarren-/Keys. Oder an das mystische „To Hell And Back“. Wie zu Beginn in der düsteren Power-Metal Welt zugegen und daher dramatischer/spannender.

 

Kenziner sind erfrischenderweise keine dieser Stratovarius oder Sonata Arctica Klone, auch wenn man aus Finnland stammt. „Phoenix“ ist viel bodenständiger, ernster und dadurch interessanter. Es fehlen die erinnerungswürdigen Hits...ja, aber dennoch haben einige Nummern durchaus das Potential, gerne wiedergehört zu werden. Auch das Albumcover ist ein Hingucker, die Produktion auf die Musikrichtung ideal abgestimmt. Rundum ein griffiges (Prog)Power Album, und mit ein paar Abstrichen gut gelungen.  



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