HYDROGYN - The Boiling Point

Tracklist:

  • Disappear
  • Bats In The Belfry
  • The Boiling Point
  • Wickedness
  • Worthless Love
  • Sweet Addiction
  • Tragic
  • One Way Or Another (Blondie Cover) Suspicious Minds (Elvis Presley Cover)
  • Widowmaker
  • Damaged Goods
  • Ghost
  • Mad World (Tears For Fears Cover)

Info:

VÖ:  30.10.2020

Label:  RFL Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10



Hydrogyn sind keine Unbekannten. Zumindest nicht in den Staaten. Mir sind sie bisher noch nicht über den Weg gelaufen, obwohl mit „The Boiling Point“ bereits das elfte Album der Band ansteht. 2003 gegegründet gab's bereits diverse Billboard Charts Erfolge, man arbeitete auch schon mit Produzentenlegende Michael Wagener zusammen und lt. Labelinfo hat man auch in Europa stattliche Einheiten abgesetzt.

 

Anscheinend wurde das LineUp nun runderneuert und die musikalische Gestaltung etwas verschoben. Hydrogyn leben vom Gesang der (Neu-)Vokalistin Holly Hines Freed. Klingt das Mädel beim Opener „Disappear“ noch wie eine x-beliebige Alternative Rock Sängerin, so stellt sich danach fest, daß sie eine richtig gute Rockröhre besitzt, die mitunter kratzbürstig, aber auch emotional rüberkommt. Beim angesprochenen Albumeinstieg könnte man noch meinen, es mit einer der alternativen Modern Rock-/Metalbands von der Stange zu tun zu haben. Zu aufgesetzt wirkt der Song und zu hibbelig der Gesang/Refrain. Doch das ändert sich mit „Bats in the Belfry“ grundlegend. Urplötzlich überzeugt die Band mit starken Heavy Riffs der beiden Gitarristen Jeff Westlake und Ryan Stepp. Auch die Rhythmusfraktion (Jacob Freed/Bass und Scot Clayton II/Drums) donnert nun amtlich ins Gebälk. Dazu lässt Holly ihrer tollen Rockstimme freien Lauf.

 

Von solchen rauhbeinigen Heavy Rock Songs erleben wir in Folge einige. Wie beispielsweise den Titelsong „The Boiling Point“, das crazy anmutende „Wickedness“ oder das teuflische „Widomaker“. Immer wieder werden kleine Soundsamples wie Explosionen, Spoken Words oder maschinelle Geräusche eingefügt, was zusätzliche Spannung in die Songs bringt. Mit „Sweet Addiction“ folgt eine schwere Powerballade, bei der man feststellt, daß Holly's Stimme auch in diesem Metier bestens funktioniert. Daher gibts's folgend mit „Tragic“ noch eine sentimentale, reine Ballade hinterher.

 

Das die Ausrichtung von Hydrogyn alles andere als fröhlich ist und gerne auch mystisch und düster rüberkommt, erlebt man neben den beiden Balladen beispielsweise beim etwas unheimlichen „Ghost“. Gleich drei Coverversionen leisten sich die Amis. Etwas viel meines Erachtens, aber diese sind zumindest ungewöhnlich. Zum einen hätten wir da „Suspicous Minds“ von Elvis Presley, „One Way Or Another“ von Blondie und zum Abschluß „Mad World“ von Tears For Fears. Aber gerade diese letzte Nummer wirkt soviel stärker, berührender und eindrucksvoller als einige andere Bands, die diesen TFT-Song bereits gecovert haben. Durch und durch Gänsehaut erzeugt die Stimme von Holly Hines Freed, in dem sie Traurigkeit, Verzweiflung und Tragik mit ihrem Gesang ausdrückt.

Welch ein Moment zum Ende des Albums.

 

Nach durchschnittlichem Einstieg nimmt „The Boiling Point“ eine starke Wendung und lässt viel klassischen Heavy Rock, mit leichtem Modern Metal Anstrich folgen, bei dem die Balladen zudem nicht nerven, sondern einen besonderen Farbtupfer liefern. Auch die Coverversionen sind adäquat gewählt und prima inszeniert. Somit kann man Hydrogyn's neues Album absolut empfehlen.  



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