GÖSTA BERLINGS SAGA - Konkret Musik

Tracklist:

  • Släpad 
  • Vinsta guldklocka 
  • Basement Traps 
  • Close to Home 
  • Konkret music 
  • Closing Borders 
  • To Never Return
  • Instrument VI 
  • The Pugilist
  • A Fucking Good Man 
  • Förbifart Stockholm
  • A Question of Currency

Info:

VÖ: 24.07.2020

Label:  InsideOut Music

Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



Aufgestachelt durch die guten Resonanzen des letzten Albums „Et Ex“, welches nach vier Alben erstmals auf einem großen Label (InsideOut Music) erschien, haben sich die Schweden Gösta Berlings Saga gleich aufgemacht, neues Material zu schreiben. Daß es dennoch 1 ½ Jahre gedauert hat, um einen Nachfolger herauszubringen, zeigt nur wie aufwändig das Songwriting der rein instrumental agierenden Band ist. Kein Schnellschuß also, sondern ein neues Werk welches, gleich vorweg, absolut neben dem Vorgänger bestehen kann.

 

Im Vergleich zu „Et Ex“ ist das neue Album nochmals tasten-orientierter geworden. Das vielfältige Klangspektrum, daß nicht selten an Film-oder Serienmusik erinnert, lebt einmal mehr von Synthieflächen, Mellotron, Piano und Keyboards. Neben David Lundberg, der hauptsächlich in die Tasten, aber auch in die Saiten haut, benötigen Gösta Berlings Saga für ihr Soundspektakel noch Gabriel Tapper (zusätzlich auch noch Bass) und Rasmus Boberg (zusätzlich auch noch Gitarre). Lediglich Drummer Alexander Skepp und Percussionist Jesper Skarin haben weniger mit den Tasten-Eruptionen zu tun.

 

Die Songtitel der 12 neuen Nummern sind abwechselnd mal auf schwedisch, mal auf englisch verfasst. Ist aber auch egal, denn wie gesagt, gesungen wird bei Gösta Berlings Saga sowieso nicht. Man hat sich außerdem diesmal darauf verständigt, mit kürzeren Tracks auf den Punkt zu kommen. Die Longtracks, von denen es auf „Et Ex“ noch welche gab, sind auf „Konkret Musik“ Vergangenheit. Man ist der Meinung, mit kürzeren Songs vielfältigere und ja, konkretere Musik zu erschaffen. Dem Albumtitel gerecht werdend, ist das hier auch der Fall.

 

Einfacher machen es die Schweden dem Hörer auch mit kürzeren Nummern nicht. Tempiwechsel, Breaks und verschiedene Stimmungen fordern dem Zuhörer einiges ab und neben viel netter Eingängigkeit wirken viele Passagen auch sperrig und komplex. Aber die Zerrissenheit innerhalb der Songs hält sich glücklicherweise in Grenzen, so daß der Hörgenuß nicht übermaßig strapaziert wird.

 

Besitzt der Opener „Släpad“ noch eine groovige Basis, plätschert und träumt die Musik beispielsweise bei „Close To Home“ so dahin. Vielfalt wird, wie erwähnt, großgeschrieben und beim Titelsong „Konkret Musik“ gibt’s gar punkige Elemente oder Anleihen beim Krautrock zu hören. Die angesprochenen Film-Serienmusik Affinitäten zeigt beispielsweise ein Song wie „To Never Return“ bestens auf. Natürlich lässt sich auch ein gewissen Maß an Programming in den Songs nicht verleugnen, zu viel aus der Konserve ist's dann aber auch wieder nicht.

 

Gösta Berlings Saga gehen ihren in der Instrumentalmusik eingeschlagenen, recht eigenwilligen Weg konsequent weiter. Bedienen sich noch mehr unterschiedlicher Soundfacetten und schieben zur flüssigen Unterhaltung auch ein paar kurze Intermezzi ein. Man kann Gösta Berlings Saga schlecht mit einer Band wie Long Distance Calling vergleichen. Zu unterschiedlich sind die Ansätze und zu verschieden die Beweggründe der rein instrumentalen Musik. Man muß sich „Konkret Musik“, genauso wie beim Vorgänger, erarbeiten. Dann entfaltet sich aber ein starkes Stück progressiv-basischer Musikkunst, welches den Schweden einen festen Platz in dieser Szene sichern sollte.

 

Konkret: Ein Album für geschmackssichere Musikliebhaber, die ohne Gesang klarkommen.  



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