BÖLLVERK - Let's Ride Till Dawn

Tracklist:

  • You Are The Devil
  • Let's Ride Till Dawn
  • Love Kills Slowly 
  • Someday We Will Die

Info:

VÖ: 06.03.2020

Label: Eigenregie


Video:

Bewertung:

Autor: Kerbinator

Bewertung: 7 / 10



Ich bin ja immer ein wenig skeptisch, wenn ich Bandnamen lese, die aus einem „o“ ein „ö“ oder aus einem „u“ ein „ü“ machen. Dies zielt in meinen Augen zu sehr auf die Legende Motörhead ab. Aber, da das inzwischen viele so machen, kann man es der noch jungen Kapelle Böllverk verzeihen, auch auf diesen Zug aufzuspringen. Und irgendwie klingt der Name dann ja auch irgendwie sehr „metal“.

 

Tatsächlich könnte man von der ehrlichen Grundeinstellung der Band und der musikalischen Ungeschliffenheit durchaus Parallelen zu den frühen Motörhead ziehen. Denn was das Quartett aus Hausen (in unserer näheren Umgebung gelegen) auf ihrer ersten EP „Let's Ride Till Dawn“ anbieten, müffelt stark nach traditionellem Metal-Underground, Schweiß und harter Arbeit. Böllverk verorten ihre Musik lt. Infoblatt dem Heavy Rock, ich würde die Band aber schon eher im urtypischen Schwermetall-Bereich sehen.

 

Das eigentliche Bollwerk entsteht aus fetten Gitarren-Riffs von Raphi und Zahn, die zwar eher straight-to-the-edge rüberkommen als virtuos, aber dennoch von technischer Kompetenz zeugen. Klar, daß manches hierbei an die Protagonisten der 80er Jahre wie alte Accept oder Priest erinnert, aber auch das ein oder andere Running Wild Zitat („Let's Ride Till Dawn“) meine ich, herausgehört zu haben. Selbst Hinweise auf Exciter zu „Violence and Force“-Zeiten entdeckt man. Ob gewollt oder nicht. Das alles „veredelt“ Sänger Zahn mit seinem...nun ja..“ehrlichen“ Gesang. Der Junge klingt mit seiner Stimme ziemlich räudig, unangepasst und manchmal positiverweise etwas versoffen. Dieser etwas krude Gassenhauer-Charme steht den Unterfranken aber sehr gut zu Gesicht.

 

Vier Songs enthält diese erste EP. Bei „Love Kills Slowly“ nimmt man etwas an Fahrt zurück und integriert doomige Rhythmen im Black Sabbath Stil. Überhaupt kann man sagen, daß Böllverk mehr auf tighte Heaviness setzen als auf schnelle Abfahrten. Eben urtypischer, undergroundiger Heavy Metal mit wenig Progression, dafür fest zementierter Standfestigkeit.

 

In früheren Zeiten hätte man „Let's Ride Till Dawn“ wohl noch als Demo vermarktet, aufgrund des guten Jobs, den man im Tonstudio Björn Weidauer in Form der Aufnahme und des Mixes hingelegt hat, kann man diese erste Veröffentlichung aber durchaus als EP unter die Leute bringen. Der Sound passt, ist charmant undergroundig und dennoch roh, eine gewisse Stefanie Mader hat ein hübsches Artwork beigesteuert...somit darf man Böllverk absolut zu diesem ersten Werk gratulieren. Auch wenn natürlich etwas Lokalkolorit mitschwingt...hier wächst was Interessantes heran.  



Kommentar schreiben

Kommentare: 0