WITHERFALL - Curse Of Autumn

Tracklist:

Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence

The Last Scar

As I Lie Awake 

Another Face 

Tempest 

Curse Of Autumn 

The Unyielding Grip Of Each Passing Day 

The Other Side Of Fear

The River 

... And They All Blew Away 

Long Time (Acoustic Version) 


Info:

VÖ: 05.03.2021

Label: Century Media Records


Video:

Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7,5 / 10



Die (Power)Progmetaller Witherfall erlebten nicht erst seit ihrem letzten Album „A Prelude To Sorrow“ einen gewissen Hype. Keine Frage, das Album konnte auch was und wir haben es bei den Amis ja schließlich auch mit einer kleinen Supergroup zu tun. Immerhin findet sich bei Witherfall mit Sänger Joseph Michael der aktuelle Sanctuary-Vokalist wieder, zudem ex-Iced Earth Gitarrist Jake Dreyer, Bassist Anthony Crawford (Chon), sowie Drum-Tausendsassa Marco Minnemann (u. a. The Aristocrats, Steven Wilson und viele mehr).

 

Mit den neuen Album „Curse Of Autumn“ wollen es die Jungs anscheinend nun endgültig wissen, denn die Labelinfo spricht nur noch von Superlativen in Sachen Songwriting, Produktion, Videoaufnahme etc. Ein wenig brisant dabei ist mittlerweile, daß Jon Schaffer (Iced Earth) als Prodzuent fungierte. In sehr negative Schlagzeilen geraten, wendet sich momentan jeder von ihm ab. Wir wollen zumindest für dieses Album darüber hinwegsehen, der Band keinen Vorwurf machen, diesen Mann für den Job gewählt zu haben.

 

„Curse Of Autumn“ ist vielleicht aufgrund dieses „unbedingt gewinnen wollens“ ein wenig zu übermotiviert geraten. Die 10 Songs (plus eine Akustik Version von „Long Time“) sind technisch hervorragend gespielt, voller Abwechslung und starken Vocals gestaltet, aber irgendwie fehlt die Seele, die Wärme, die Harmonien um aus guten Songs einzigartige zu machen. Nach einem knapp einminütigen, Spannung aufbauenden Intro starten Witherfall mit „The Last Scar“ äußerst aggressiv. Harte Riffs schleudern einem entgegen und Joseph Michael singt auf einem Level wie ein James LaBrie, (alter) Geoff Tate und anderen Progmetal-Gesangsgrößen. Hervorragend auch seine hohen Screams, die meist zum Ende der Songs immer wieder für Gänsehaut sorgen.

 

Auch „As I Lie Awake“ und „Another Face“ sind ähnlich geartet, glänzen trotz einiger Widerhaken dennoch mit Eingängigkeit. Mit „Tempest“ folgt dann der erste von zwei Longtracks und somit eines der Herzstücke des Albums. Viel erinnert hier vom Aufbau her an Dream Theater, gerade was die Stakkato Riffs betrifft, die frappierende Ähnlichkeit aufweisen. Break folgt auf Break und Idee auf Idee. Dennoch weiß man nach diesen knapp über 8 Minuten nicht, was in dem Song eigentlich passiert ist. Und das ist auch bei dem zweiten, über 15-minütigen Longtrack „...And They All Blew Away“ so. Super-kompetent gespielt, kommen hier noch lange Instrumentalpassagen hinzu, die auch keinen Vergleich zu DT zu scheuen brauchen. Ruhige Momente zwischendurch, plötzliche Breaks und sperrige Parts...alle Zutaten für ein Progmetal-Epos sind vorhanden. Nur das man sich an dieses Epos im Nachgang kaum noch erinnert.

 

Immer dann, wenn Witherfall alte Queensryche Gepflogenheiten aufweisen wie bei „The Other Side Of Fear“, einer mit sehr präsentem Chorus auftrumpfenden Nummer, oder bei der (Power)Ballade „The River“, horcht man am meisten auf. Hier zünden die angesprochenen Harmonien und die Songs besitzen zudem den nötigen Tiefgang.

 

Man sollte es nicht falsch verstehen, „Curse Of Autumn“ ist ein absolut gutklassiges Progmetal Album, von sehr starken Musikern eingespielt und mit viel Musik zu entdecken. Aber der Anspruch, wohl nun das perfekte Album einspielen zu wollen, lässt das dritte Witherfall Werk zu klinisch konstruiert und gerade den Longtracks des Tiefgangs beraubt erscheinen. Das Gesamtpaket mit Artwork, Sound und Arrangements passt. Daher schon eine Empfehlung, auch wenn die Ambitionen nicht gänzlich durch's Songwriting erreicht wurden.  



Kommentare: 1
  • #1

    Josef Schäfer (Montag, 14 Juni 2021 21:34)

    Produktion top, Sänger top,
    Gitarre top,
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