THE WINDMILL - Tribus

Tracklist:

  • The Tree
  • Storm
  • Dendrophenia
  • Make Me Feel
  • Play With Fire

Info:

VÖ:  15.11.2018

Label:  Apollon Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10


Aus Norwegen stammt die 2001 in der Umgebung von Oslo gegründete (Neo-)Progband The Windmill. Deren Einflüsse stammen tief aus den 70ern von Bands wie Genesis, Pink Floyd oder Camel, vermischen diese aber mit „neueren“ Prog Sounds der Marke Marillion, Pendragon und IQ.

 

Herausgekommen ist dabeí das mittlerweile dritte Album „Tribus“, welches insgesamt nur fünf Songs beinhaltet, davon allerdings auch drei Longtracks. Der erste davon kommt gleich zu Beginn mit über 23 Minuten Spielzeit quasi als Herzstück des Albums. „The Tree“ genannt beginnt man akustisch und mit Flötentönen, was sich in Folge auch ein wenig als Markenzeichen herausstellt. Denn die Flöte ist ein immer wieder prägendes Instrument der Songs von The Windmill. Aber auch ausgiebige Keyboardflächen sind Programm, immerhin sprechen wir hier ja vom Dunstkreis des Neo-Progs. Der Gesang setzt erstmals nach 6 Minuten ein. Wobei ich nicht genau sagen kann, wer denn der eigentliche Sänger ist, denn das Infoblatt nennt hier gleich drei Personen, die neben ihren Instrumenten am Gesang beteiligt sind. Sei's drum, jedenfalls klingt die Stimme des Hauptsängers (nennen wir ihn einfach mal so) ziemlich gut und prägnant mit leicht rauchigem Timbre und völlig passend zur kunstvollen Musik.

 

Die Musik der Truppe ist äußerst melodisch und Wärme ausstrahlend. Neben den angesprochenen Flötenklängen erklingt auch schon mal ein Saxophon und beim Opener nimmt man sich durchaus auch mal die Freiheit fast in eine Chanson-Passage abzudriften. Alles ordentlich gespielt und mit viel Harmonie ausgestattet, wissen die Kompositionen jederzeit zu gefallen. Es sei denn, man steht auf härtere Klänge, die sucht man auf „Tribus“ ziemlich vergebens.

„Storm“ beinhaltet gewisse IQ oder auch Pendragon-Themen mit viel Gitarre, bleibt aber nicht so richtig haften, da die über 10 Minuten rein instrumental gehalten sind. Dagegen flutscht das mit 4 Minuten kurze „Dendrophenia“ mehr ins Ohr, auch weil man neben etwaigem Orgelspiel auch eine durchaus interessante Hardrock-Gitarre auffährt.

Bei „Make Me Feel“ kehren die Norweger wieder zur Flöte und folk-lastigen Passagen zurück. Der Refrain nimmt einen sehr gut mit und die Gitarren versprühen ab und an fast Saga-Flair. Auch hier bietet man mit fast 10 Minuten wieder längeren Stoff an.

 

Der recht kurze Abschlußtrack „Play With Fire“ startet mit Akustik-Gitarre und Piano und lässt im Verlaufe der 4 Minuten die Flöte im geistigen Sinne von Jethro Tull ertönen. Recht gediegene und zum Kaminfeuer einladende Nummer.

 

The Windmill sind sicherlich keine Innovation was Prog-Musik angeht, verstehen es aber gekonnt 70er Einflüsse mit Neo-Prog Klängen zu vermischen. Der Gesang überzeugt und die Kompositionen sind trotz ihrer teils erheblichen Längen nie wirklich langweilig. Die ganz großen Songs, die einen immer wieder abholen, gibt es auf „Tribus“ nicht, aber diese warme, immer melodische Musik legt man sich immer wieder gerne auf. Gerade jetzt, wo die Tage und Nächte kälter werden.  



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