STEVE LUKATHER - I Found The Sun Again

Tracklist:

  • Along For The Ride
  • Serpent Soul
  • The Low Spark Of High Heeled Boys
  • Journey Through
  • Welcome To The Club
  • I Found The Sun Again
  • Run To Me
  • Bridge Of Sighs

Info:

VÖ: 26.02.2021

Label:  The Players Club

Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Anscheinend hat er die Sonne wiedergefunden, der Steve Lukather. Nicht schlecht, wenn man sich das triste, graue Wetter des bisherigen Februars anschaut. „I Found The Sun Again“, so heißt nämlich das neue Soloalbum des Toto-Masterminds und beinhaltet fünf neue Songs, sowie drei Coverversionen. Wie bei Steve Lukather üblich, haben handverlesene Gastmusiker auf diesem Album mitgewirkt, allen voran Drummer Greg Bissonette, Keyboarder Jeff Babko und die Bassisten Jorgen Carlsson und John Pierce.

 

Aus dem Umfeld von Toto hat er David Paich sowie Jospeh Williams hinzugezogen. Ersterer zeichnet für die vielen Piano- u. Orgelparts verantwortlich, Williams steuerte ein paar Gesangslinien bei und kümmerte sich um die Arrangements von Bläsern und Streichern beim Song „Run To Me“. Lukather legt Wert darauf zu betonen, daß die drei Coverversionen spontan ohne Proben und in einem Durchlauf aufgenommen wurden. Somit wollte er ein Gefühl der 70er Jahre bewahren, umrandet in modernem Gewand.

 

Los geht’s mit „Along For The Ride“, einer Nummer mit flippigen Gitarrenparts und tollem Lukather-Solo. Ein geradliniger, positiver US Rock Song, der durchaus auch Beziehungen zu Toto aufweist. Eher funkig mit Barpiano und legerem Gesang und Orgel folgt „Serpent Soul“. Der mehrstimmige Refrain bestitzt latentes Beatles-Flair und brilliert am Ende mit einem Piano-/Gitarren-Duell. Danach ertönt die erste Coverversion, und zwar „The Low Spark Of High Heeled Boys“ im Original von Traffic. Dieser über 10-minütige Track beginnt langsam mit Lukather-eigenem Gitarrenthema, behält sich diesen ruhigen, aber durchaus rauhen Gesangston bei, wird aber logischerweise flotter im Verlauf. Muß es ja auch, damit die 10 Minuten nicht langweilen. Immer wieder wird von entspannter Musik in dynamischere Parts gewechselt. Ebenso beinhaltet der Song ein jazziges Klaviersolo.

 

Rein instrumental zeigt uns Steve Lukather bei „Journey Through“ welch schöne, teils träumerische Gitarrenmelodien mögich sind. Hier scheint die Sonne wirklich hell und Piano und Drums begleiten dieses feine Kleinod. Es folgt die zweite Coverversion „Welcome To The Club“ von Joe Walsh. Ein mit Drums beginnender, grooviger Stampfer, mal mit rauhem Geang, mal mit eingängigen Piano-Spuren. Teils spacige Backgrounds lassen aufhorchen und die abschließende Piano/Gitarren-Session staunen.

 

Der Titelsong beginnt entgegen dem Songtitel eigentlich eher dunkel, doch der warme Gesang steuert die Nummer mehr und mehr in verträumte, verklärte Bahnen. Da brauch's danach eines flotteren Midtempo-Rocksongs mit dem bereits angesprochenen „Run To Me“. Paich und Williams haben diesen Song gemeinsam geschrieben und auch Ringo Starr hatte bei den Aufnahmen (und beim Video) seinen Auftritt. Herausgekommen ist ein sehr stimmungsvoller Song mit tollem Gesang und Refrain, sowie klasse Solo von Lukather. Ein wenig haftet dem Track ein bisschen Smokie-Feeling an.

 

Zum Abschluß gibt’s mit Robin Trower's „Bridge Of Sighs“ noch die dritte Coverversion. Auch über 8 Minuten lang, ein eher ausuferndes Stück, das zudem mit etwas schrägeren Tönen aufwartet. Dem Gesang wurde viel Echo spendiert und die Gitarrenthemen laufen eher fuzzig ins Ziel. Doch auch bluesigere Elemente sind zu entnehmen und zum Ende hin lassen Orgelsolo und der verklärte Gesang ein wenig Pink Floyd Luft atmen.

 

„I Found The Sun Again“ transportiert viel 70er Feeling in die Gegenwart, ist aber modern und sehr organisch produziert. Schmeichelt sich somit sofot in die Ohren und bietet neue Kompositionen, die allesamt treffend nach Steve Lukather klingen. Aber auch die Coversongs wurden exquisit ausgewählt und passen gut ins Bild. Feine Musiker, feine Songs....jetzt darf's auch draußen ruhig bald sonniger werden.



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