SMOKE 'N' FLAME - On Fire

Tracklist:

  • Tonight's On Fire
  • Smoke 'N' Flame
  • I Make My Way
  • Why Should I 
  • She's Got A Hard Shell
  • Your Rock My Heart
  • Up An' Down
  • Take All You Need
  • All Night Long
  • Call Me Crazy
  • Ziit Zum Haimä Gah

Info:

VÖ:  29.01.2021

Label:  Ce-De.ch

Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8  / 10



Es ist eine durch und durch feurige Angelegenheit, die uns die schweizerische Formation Smoke N' Flame auf ihrem Debut Album „On Fire“ anbietet. Wie ein Überbleibsel aus den Mitt-Achtzigern sehen sie aus, die gestandenen Männer, die sich mit Leib und Seele dem US amerikanischen Hardrock der 80er Jahre bzw. Glamrock und Hairmetal verschrieben haben. Klar, daß da die Spandexhosen wieder herausgeholt werden müssen.

 

Smoke 'N Flame sind aber keine Jungspunde, die Ihren Helden von früher nacheifern, sondern Musiker im besten Alter, von 45 Jahren aufwärts. Dementsprechend bringen diese Schweizer viel Erfahrungen im musikalischen sowie alltäglichen Leben mit, was sich absolut positiv auf die 11 Songs von „On Fire“ ausgewirkt hat. Natürlich stehen Ähnlichkeiten zu den Vorbildern der Band wie Guns 'n Roses, Mötley Crüe, Bon Jovi aber auch Kiss oder Def Leppard zur Debatte, die Stücke auf dem Debut wurden von dem wohl bekanntesten Schweizer der Produzentenbranche, V.O. Pulver (Gurd, Destruction uvw.) aber sehr frisch aufbereitet und wirken somit keineswegs altbacken, sondern verdammt authentisch.

 

Und das Feuer lodert sofort auf beim Opener „Tonight's On Fire“, dem quasi Titelsong. Wuchtige Drums (Beat Zuber) und flotte Hard Rock Riffs (Alex Kiss) paaren sich mit dem eingängigen, mehrstimmigen Refrain. Sänger Crazy Harry liefert dazu das passende rauhe und sleazige Stimmorgan, dem man sofort den Status einer Rampensau auf der Bühne abnimmt. Die anschließende Bandhymne „Smoke 'N Flame“ tönt ebenso flott, bringt aber bereits mehr Hairmetal Duft mit rein.

 

Das gesamte Album spielt sich in diesem Rahmen ab, die Schweizer lassen sich aber immer kleine Details einfallen und variieren die Spielart durchaus. Polizeisirenen und Spoken Words bei „I Make My Way“, abgehackte Riffs und sleazige Chöre bei „Up An' Down“, fröhliche Clap-Your-Hands Beigabe während „All Night Long“ und wuchtige Drums, sowie „sprechende“ Gitarren im Stampfer „You Rock My Heart“....die Songs bleiben abwechslungreich, ohne jedoch von der Basis großartig abzuweichen.

 

Fast konnte man es vermuten, es gehört auch bei Smoke 'N Flame natürlich eine schlüpfrige Ballade zum guten Ton. Hier heißt diese „Take All You Need“, kommt auch in typischer US Hard Rock Art rüber und liefert reichlich Echo im Gesang. Nicht überragend, aber auch kein Ärgernis. Ihre Stärken hat die Band aber ganz klar in den Abgehnummern, die auch mal mit cleanem Gesang und Uh-Uh-Uh-Chorpassagen („Why Should I“) oder etwaigen Kiss Ähnlichkeiten („Call Me Crazy“) auftrumpfen. Bei letzterem hatte wohl Gitarrist Alex Kiss verstärkt seine Finger im Spiel.

 

Zum Abschluß interpretieren Smoke 'N Flame mit „Ziit Zum Haimä Gah“ dann tatsächlich noch einen Track in ihrer Landessprache (zumindest vermute ich das mal). Klar, daß solche Stücke für uns Deutsche immer ein wenig exotisch kingen, wenn nicht in englischer oder deutscher Sprache gesungen wird. Dies ist auch hier der Fall. Trotzdem kann man nach langsamem Beginn dieser leicht fröhlich balladesken Nummer durchaus etwas abgewinnen.

 

„On Fire“ ist ein clever arrangiertes und auch musikalisch hervorragendes Album geworden, welches durch die Bank Hard Rock Power versprüht und Smoke 'N Flame sind definitiv eine Band, die auf die Bretter der Welt gehören. Zwar kann es noch länger dauern, bis die Schweizer uns ihre (Sleaze)Rock Perlen auch live präsentieren können, doch dann gibt es wahrscheinlich kein Halten mehr. Was Smoke 'N Flame vielleicht noch fehlt, ist die ein oder andere herausragende Nummer, die sich dermaßen im Gehirn festfräst, so daß man sie nachhaltig in Erinnerung behält. Daran kann gearbeitet werden. Ansonsten ist das das Album ein tolle Brett für Fans amerikanischen Hard Rock's der 80er Jahre, mit viel Hang zu Sleaze und Glam und aus der Schweiz kommend eine tolle Abwechslung zu Bands wie Gotthard, Shakra oder Krokus.  



Kommentar schreiben

Kommentare: 0