REACTORY - Collapse To Come

Tracklist:

  • Space Hex
  • Speedboat Piracy
  • Graves Of Concrete
  • Misantropical Island
  • Drone Commander
  • Evolving Hate
  • Born From Sorrow
  • Galactic Ghosts
  • Enemy

Info:

VÖ: 27.03.2020

Label: Iron Shield Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  9 / 10



Mein lieber Schwan...was für'n geiler Abriss. Zuerst dachte ich „na ja, das wird eine weitere, höchstwahrscheinlich austauschbare Neu-Thrashmetal-Band sein“. Aber weit gefehlt. Was bei „Collapse To Come“ der Berliner Reactory aus den Boxen donnert, ist High Speed Thrash vom Feinsten. Natürlich sind die Jungs von einschlägigen Thrash-Bands beeinflusst und auch ein ordentliche Kante Slayer schwingt immer mit in den Songs der Band. Aber, auch wenn man sich erst 2010 in den finstersten Kellergewölben Berlins gegründet hat, so ist die Spielweise von Reactory dermaßen versiert, als hätte man es tatsächlich mit Veteranen der Szene zu tun.

 

Dabei geht den Jungs aber keinesfalls die gesunde Portion Ungestümtheit und Unbekümmertheit ab. Dennoch wirkt auf „Collapse To Come“ gar nichts naiv oder vorschnell. Alles ist perfekt auf den Punkt gebracht ohne konstruiert zu erscheinen. Mit Überschallgeschwindigkeit hämmern Reactory mit „Space Hex“ los. Die Araya-affinen und jederzeit stabilen Kreischvocals von Hans Hornung schmettern brutal aggressiv aber mega inbrünstig ins Gebälk. Eine absolute Topstimme für diese Art von Musik. Quintessenz der bockstarken Songs des Albums sind aber die rasiermesserscharfen Thrash Riffs von Gitarrist Jerome Düren. Ich hätte ja beim Hören mit zwei Gitarristen gerechnet, aber der Junge schafft's auch alleine und technisch over the top. Mal schau'n, wie das live so rüberkommt.

 

Im Refrain mit mehrstimmigen Shouts behaftet ballern „Speedboat Piracy“ und „Graves Of Concrete“ pfeilschnell vor den Latz, bevor mit „Misantropical Island“ der meiner Meinung nach beste Track ansteht. Die Reiseführung Reactory verbrät hier eine Vielzahl an Ideen und braut dabei ein biestiges, leicht augenzwinkerndes Gebräu. Besser kann man schnellen Thrash nicht spielen. Das ist absolute Oberklasse.

 

Den Fuß nehmen Reactory so gut wie nicht vom Gas. Eher wechselt man mal von Highspeed- zu „Normal“-Thrash. So kommt beim erwähnten „Misantropical Island“ oder auch dem folgenden „Drone Commander“ ein amtlicher Groove mit ins Spiel, was nur noch mehr scharfe Würze verleiht. Vielleicht fallen „Born From Sorrow“ und „Evolving Hate“ im Gesamtbild etwas ab, denn sie bleiben trotz aller Qualitäten nicht ganz so im Ohr. Dafür schmeißen einen Reactory mit dem kultigen „Galactic Ghosts“ und dem Vorschlaghammer-Brett „Enemy“ (welch ein Killer-Refrain !!) mit hartem Arschtritt aus dem Album.

 

Dieses Berliner Thrash Kommando ist eine absolute Überraschung. So tight und auf den Punkt gezockt, habe ich selten eine relativ neue Band agieren sehen. Da stimmt vom Gesang über die fantastische Gitarrenarbeit bis hin zum immer pumpenden Bass (Ulli Hoffmann) und den Drums (Caue Dos Santos), die den Begriff Schießbude mal wirklich verdient haben, absolut alles. Auch in puncto Sound (Gernhart Studios und Audiosiege) kann man sich nur beglückwünschen. Perfekt inszeniert, würde ich mal sagen. Bei dieser Band brennt der Reaktor durch....das muß zünden. Boom !!

 




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